Ludovico Giminiani, (Rom, 1643-Zagarolo, 1697)
Anbetung der Hirten
Öl auf Kupfer, 26,7 x 35,3 cm
Kritischer Bericht von Prof. Mari Pietrogiovanna
Das vorliegende Öl auf Kupfer zeigt eine dicht gedrängte Gruppe von Hirten und Kindern, die sich um die Jungfrau Maria scharen, die das Jesuskind enthüllt, damit alle es bewundern können. Die Atmosphäre wird magisch und schwebend durch die Lichtspiele, die dem vom Kind ausgehenden Glanz entspringen und seine göttliche Natur unterstreichen. Derselbe Glanz geht vom Hintergrund aus, wo in verkleinerter Form auch die vorausgehende Episode der Verkündigung an die Hirten dargestellt ist.
Die starken Lichtkontraste deuten auf die Barockzeit als Entstehungszeit des Werkes hin, ebenso wie diese zunächst dazu verleiten können, die Urheberschaft des Gemäldes einem emilianischen Künstler zuzuschreiben, vielleicht wegen der Anklänge an dasselbe Thema, das Correggio im 16. Jahrhundert behandelt hat.
Tatsächlich ist der Autor unter den römischen Künstlern des Barock zu finden, und die kompositorischen Elemente, die Einfügung der Szene in architektonische Kulissen, die Bevorzugung des horizontalen Verlaufs, die Verwendung einer Palette leuchtender Farben sowie die Verwendung von Kupfer als Träger verweisen auf Ludovico Gimignani (1643-1697). Er wurde unter der Anleitung seines Vaters Giacinto ausgebildet, mit dem er am Anfang seiner Karriere zusammenarbeitete. Zu seinen Kooperationen gehört die mit Bernini; Letzterer beaufsichtigte tatsächlich die Ausführung der Arbeiten in der Collegiata di Ariccia im Jahr 1665, wo Gimignani ein Altarbild schuf. Ludovico genoss auch den Schutz von Clemens IX., der ihm eine Studienreise nach Venedig, die Lombardei und die Emilia zusammen mit Giovan Battista Gaulli, genannt il Baciccia, ermöglichte. Nach seiner Rückkehr nach Rom widmete sich Gimignani der Dekoration verschiedener römischer Kirchen, wo er venezianische Koloristik und veronesische Einflüsse mit römischen Stilelementen und Einstellungen verband.
Wenn man sich die Werke „Santa Maria Maddalena de’ Pazzi heilt eine Besessene“ und „Das Wunder der Heiligen Maria Magdalena von Pazzi“ aus der Lemme-Sammlung betrachtet, erkennt man dieselbe horizontale Anordnung und architektonische Rahmung mit kannelierten Pilastern wie im vorliegenden Kupfer. Ebenso ähneln sich die Gewänder und die Konstruktion der Gesichter im Profil. Auch die ausgedehnte Pinselführung ist analog. Das vorliegende Gemälde gehört somit zu einer Kleinformatproduktion, der sich Gimignani für private Aufträge widmete.