17. Jahrhundert, Venezianische Schule
Anbetung der Könige
Öl auf Leinwand, 88,5 x 94 cm
Mit Rahmen, 67,5 x 75,5 cm
Die Begegnung zwischen den drei Weisen und dem Jesuskind wird hier in der Abenddämmerung inszeniert, deren schwaches Licht die Figuren kaum erhellt und starke Kontraste zwischen Licht und Schatten erzeugt. Rechts ist kaum die Hütte zu sehen, die der Heiligen Familie Schutz bot, aus der sich ein junger Mann lehnt, um die Szene zu beobachten.
Unvermeidlich sind der Ochse und der Esel, die die Familie aus dem Halbschatten mit ihrem Atem wärmen, aber auch zwei Hunde nehmen an der Erzählung teil, was die venezianische Herkunft des Gemäldes bestätigt; schon die Meister des 16. Jahrhunderts Paolo Veronese, Tintoretto, Tizian sowie die Familie der Bassano pflegten treue Hündchen in ihre Kompositionen einzufügen und die heilige Erzählung in den Alltag einzubringen.
Die hier vorliegende Anbetung der Könige zeigt in der Tat Zitate von venezianischen Meistern nicht nur in der tierischen Präsenz, sondern auch und vor allem in der Konstruktion der Jungfrau mit Kind, in einer Position leicht erhöht gegenüber den Königen, und dem Knien eines der Könige, wahrscheinlich Melchior angesichts des Alters und der goldenen Schatulle, die er Jesus überreicht. Diese sind nämlich ein Zitat aus der Anbetung der Könige von Francesco Maffei (Vicenza, um 1605 – Padua, 1660), in der Kathedrale von Vicenza, die wiederum die Anbetung der Könige von Paolo Veronese (1528-1588) in der National Gallery in London aufgreift.
Dass das vorliegende Gemälde zu den malerischen Proben venezianischer Kultur gezählt werden kann, wird auch durch die Kostbarkeit validiert, mit der einige Details realisiert werden, insbesondere in Bezug auf die Stoffe, unter denen sich der Goldbrokat des Gewandes von Melchior hervorhebt, um seine Königswürde zu unterstreichen, sowie in der Beschreibung des Fells der Tiere oder in den zarten Schattierungen des Himmels im Hintergrund.
Die düsteren Töne, die vom Halbschatten vorgegeben werden, erinnern an eine Bassano-Matrix, aber die Hell-Dunkel-Kontraste verweisen auf die Innovationen des 17. Jahrhunderts, die durch den direkten Vergleich mit dem bereits erwähnten Werk von Maffei validiert werden.