Nachfolger von Sir Anthony van Dyck (Antwerpen, 22. März 1599 – London, 9. Dezember 1641)
Madonna mit Kind
Öl auf Leinwand, cm B 90 x H 113; Rahmen cm B 111 x H 135 x T 7
Preis: Verhandlungssache
Objekt mit Echtheitszertifikat, diagnostischen Analysen und Gutachten (am Seitenende herunterladbar)
Die Leinwand stellt die Madonna mit dem Kind auf dem Schoß dar und ist stilistisch einem Maler zuzuordnen, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts tätig war. Der Autor ist von dem berühmten ikonografischen Prototyp inspiriert, der in mehreren Versionen von Sir Anthony van Dyck (Antwerpen, 22. März 1599 – London, 9. Dezember 1641) während seines Aufenthalts in Italien zwischen 1621 und 1625 ausgearbeitet wurde, wie in seinem italienischen Notizbuch festgehalten. Die zahlreichen Versionen, die der große flämische Maler produzierte, zeugen von dem Erfolg, den diese Komposition bei den adligen Auftraggebern hatte, die ihn offensichtlich mehrmals baten, eine neue Version des Sujets zu erstellen. Das dramatische, von Pathos erfüllte Bild der Jungfrau Maria und die wirbelnden Draperien der Kleider und des blauen Mantels, der sie umhüllt, bringen voll und ganz den typisch barocken Geschmack des Künstlers zum Ausdruck, der nach seinem Aufenthalt in Italien von einigen Malern wie Tizian beeinflusst wurde. Unter seinen italienischen Inspirationsquellen ist auch der emilianische Klassizismus von Guido Reni zu erwähnen: In seinen Prototypen wendet Van Dyck den Blick Marias zum Himmel, in einer Haltung, die von der Darstellung der Mater Dolorosa und der Beweinungen beeinflusst ist, die von Reni verbreitet wurden. Ebenso erinnert die starke Präsenz der Figuren an die Beispiele der großen italienischen Renaissance, wie die Madonnen von Bellini, auch wenn die Volumina der Körper exquisit barock sind. Besondere Aufmerksamkeit wird dem Kontrast zwischen den intensiven Tönen der Kleider der Jungfrau Maria und dem dunklen Hintergrund gewidmet, aus dem eine imposante Säule kaum sichtbar ist. In diesen Werken stellt Van Dyck der ekstatischen und himmlischen Kontemplation der Jungfrau Maria den gelassenen und ungezwungenen Blick des Kindes entgegen, das mit durch und durch realistischer Art ahnungslos über das ihm vorbehaltene Schicksal zu sein scheint und aus der Leinwand hinausblickt. Der Erfolg der Komposition ist zweifellos dem hohen Qualitätsniveau zu verdanken, das sich durch die perfekte Verschmelzung von Eleganz, Erhabenheit und beschreibender Kraft auszeichnet.
Der Autor des Gemäldes, das Gegenstand dieser Studie ist, ist von einer der vielen Stiche inspiriert, die nach den Gemälden von Van Dyck angefertigt wurden. Von diesen erweist sich der von Paulus Pontius (1603-1658) als der ähnlichste. Das Bild der Madonna mit Kind unseres Gemäldes erscheint tatsächlich im Gegenstück zu dem des flämischen Malers. Dies liegt daran, dass der Autor offensichtlich die Möglichkeit hatte, einen Druck des Stichs kennenzulernen, der aufgrund der Technik selbst spiegelverkehrt erscheint. Auch der Stich von Paulus Pontius hatte seinerseits Erfolg bei den Stechern, da Petrus Clouet (1629-1670) ihn neu stach und das Bild wieder im Gegenstück zeigte, nicht mehr spiegelverkehrt zum Werk von van Dyck.
Der Autor unseres Gemäldes hat der Madonna und dem stehenden Kind einen Charakter verliehen, der stark mit dem Klassizismus von Guido Reni und der sehr lebendigen und hellen Farbpalette verbunden ist. Die Brauntöne der Hintergründe von van Dyck sind in diesem Werk hell, wobei die klassische Säule durch den Stamm eines Baumes mit grünen Zweigen ersetzt wird, ebenso wie die im Hintergrund beschriebene Landschaft mit grünen Wäldern, einem blauen Himmel, der von einigen dampfenden Wolken in Grautönen gezeichnet ist. Die Körper der Jungfrau Maria und des Kindes sowie die Draperien sind in ein intensives, fast metaphysisches Licht getaucht, das die helle Haut und die Falten der Stoffe beleuchtet. Es gibt zahlreiche Maler, die sich daran versuchten, diesen ikonografischen Prototyp neu aufzulegen, der offenbar von adligen und bürgerlichen Sammlern gesucht wurde, die Kopien und ähnliche Versionen in Auftrag gaben.
Carlotta Venegoni