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Giovanni Bernardo Carbone (Genova, 1616 – 1683), Ritratto di Gentiluomo, 1650 ca.

Codice: 449858
8.000
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Epoche: 17. Jh.
Kategorie: Porträt
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
Giovanni Bernardo Carbone (Genova, 1616 – 1683), Ritratto di Gentiluomo, 1650 ca.  Übersetzt
Beschreibung:
Giovanni Bernardo Carbone (Genua, 1616 – 1683) Bildnis eines Edelmanns, ca. 1650 Öl auf Leinwand, 121 x 94,5 cm – mit Rahmen, 144 x 119 cm Kritischer Bericht von Prof. Giacomo Montanari „…mit seinen schönen Porträts lässt er selbst Kenner im Irrtum, sie Van Dyck zuzuschreiben“: So beschrieb Carlo Giuseppe Ratti in den „Vite de' pittori, scultori, ed architetti genovesi“ (1768) die Porträtmalerei von Giovanni Bernardo Carbone, einem Künstler, der bereits zu Lebzeiten sehr geschätzt wurde. Der Künstler wurde in den 1630er Jahren in der Werkstatt von Giovanni Andrea De Ferrari ausgebildet, einer Zeit, in der die genuesische Kunstszene von intensiven äußeren Anregungen und lebhaften kulturellen Austauschprozessen geprägt war. Insbesondere die flämische Komponente, getragen von herausragenden Persönlichkeiten wie Rubens (im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts in Genua) und später Van Dyck, sowie einer etablierten Gemeinschaft niederländischer Maler, bot ausdrucksstarke, auf raffinierten und luxuriösen Naturalismus basierende Modelle, die den Bedürfnissen der aristokratischen Auftraggeber entsprachen, die nach Bildern zur Bekräftigung ihres sozialen Prestiges suchten. In diesem Kontext gelang es Carbone, die Lehren von De Ferrari und Domenico Fiasella sowie die Anregungen von Van Dyck und Jan Roos sowie die stilistischen Beiträge von Valerio Castello und Domenico Piola mit Intelligenz – manchmal mit geschickter Fähigkeit – zu assimilieren und neu zu interpretieren. Das Porträtgenre erlebte somit eine bemerkenswerte Verbreitung, und Carbone etablierte sich als einer der gefragtesten Maler und zeichnete sich durch seine Fähigkeit aus, das Van-Dyck-Modell an die Erwartungen des fortschrittlichsten genuesischen Adels anzupassen. Das Gemälde stellt einen nicht identifizierten Aristokraten dar, der den Kopf und den Blick nach links wendet, als ob er plötzlich durch das Eintreten einer Figur in den Darstellungsraum abgelenkt würde. Aus dem dunklen Hintergrund heben sich kräftig der rote Vorhang, der den rechten Teil der Szene einnimmt und typische Lösungen von Van Dyck aufgreift, und die lebhafte Tischdecke auf dem kleinen Tisch hervor. Die linke Hand der Figur ruht auf letzterer, während die rechte in der Luft schwebt. Die Kleidung zeichnet sich durch elegante geschlitzte Ärmel aus, die durch weiße Manschetten und Kragen ergänzt werden, und am Hals durch ein kleines, auf der Brust hängendes Schmuckstück geschlossen sind. Das Gesicht, das ein Alter von nicht mehr als dreißig Jahren andeutet, hat einen lebendigen und leicht geröteten Teint, der durch volle, intensiv rote Lippen betont wird, die in einem ruhigen und unbewegten Ausdruck verschlossen sind. Das Werk spiegelt die formalen Merkmale der genuesischen Porträtmalerei wider, die sich ab Ende der 1620er Jahre entwickelte und weitgehend auf dem Vorbild von Van Dyck beruhte, der zwischen 1621 und 1627 in Genua tätig war, sowie auf dem anderer flämischer Maler wie Jan Roos und Jan Hovaert, die in den Folgejahren im selben Kontext präsent waren. Über diese Einflüsse hinaus offenbart das Gemälde jedoch deutlich die Hand eines Künstlers mit solider genuesischer Ausbildung wie Carbone. Seine charakteristischen Züge zeigen sich im lebendigen und unruhigen Pinselstrich, der die Stoffoberflächen definiert und beleuchtet, sowie in der fleischigen und vitalen Darstellung von Händen und Gesicht. Die Rottöne des Vorhangs finden eine genaue Entsprechung in der Robe der Jungfrau im Gemälde „Madonna mit schlafendem Kind“ in den Musei di Strada Nuova in Genua. Ebenso finden sich die Sorgfalt der Teints und die alltägliche und konkrete Darstellung von Lippen, Händen und Blicken im Porträt der Lucrezia Pallavicino wieder, das um 1658 anlässlich ihrer Heirat mit Giovanni Giacomo Brignole entstand und als terminus ante quem für die Datierung der Leinwand gilt. Gerade Ende der 1650er Jahre erscheint Carbone bereits völlig autonom und in der Lage, seinen Werken einen starken persönlichen Stempel aufzudrücken, ohne jedoch das Erbe Van Dycks aufzugeben. In einer frühen Phase dieses Prozesses, um 1650, ist das hier betrachtete Gemälde anzusiedeln, das noch fest in den Kompositionsschemata und Ausführungsmerkmalen verankert ist, die die genuesische Porträtmalerei so prägnant definierten.  Übersetzt