Sachverständigengutachten
Technik: Öl auf Leinwand
Sujet: Stillleben mit Früchten (Trauben, Feigen, Pfirsiche, Granatäpfel) und Blumen (Rosen) auf dunklem Hintergrund mit starkem Helldunkelkontrast.
Maße: cm. 58 x 48 (Leinwand) cm. 80 x 70 mit Originalrahmen.
Erhaltungszustand: Sehr gut. Nicht restauriert. Keine Eingriffe erforderlich. Patina und Craquelé entsprechen dem Alter.
Komposition: Typische zentrale Pyramidenanordnung auf einer erhöhten Ebene (Teller mit Tuch).
Licht: Deutliche caravaggeske Absicht mit theatralischem Seitenlicht, wie es in der mitteleuropäischen Malerei nach dem 17. Jahrhundert üblich ist.
Format: Oval mit schwarz und golden verziertem Rahmen – sehr üblich bei bürgerlichen Salonarbeiten des frühen 19. Jahrhunderts.
Die Art und Weise, wie die Früchte angeordnet sind, und die Wiedergabe des weißen Stoffes erinnern stark an Werke von Franz Xaver Petter.
Wertvolles Gemälde mit typischen Biedermeier-Merkmalen, die die Gegend und die Zuschreibung bestätigen, darunter die Intimität der Szene und die Detailgenauigkeit, die die bürgerliche Ästhetik der Zeit widerspiegeln. Der dunkle Hintergrund mit einem Licht, das die Motive isoliert, ist sehr charakteristisch für die Wiener Schule. Der ovale Zuschnitt und der prunkvolle Rahmen deuten auf eine Produktion hin, die für die private Einrichtung eines großbürgerlichen Hauses bestimmt war.
Bewertung der malerischen Qualität von mittlerer bis hoher Qualität: Wir beobachten:
1. Ausgewogene Komposition mit klassischer Pyramidenstruktur, mit optimaler Balance zwischen Früchten, Blumen und Hintergrund. Der Faltenwurf ist mit einer gewissen Weichheit und glaubwürdiger Volumenwirkung wiedergegeben.
2. Licht und Atmosphäre:
Der dunkle, fast düstere Hintergrund hebt die Früchte mit einem raffinierten Hell-Dunkel-Effekt hervor, der vom 17. Jahrhundert inspiriert ist. Gute Lichtsteuerung auf glänzenden Oberflächen (wie Trauben und Feigenfruchtfleisch).
3. Blumen- und Fruchtdetails:
Die Blumen (Rosen und Pfingstrosen?) und Früchte sind gut identifizierbar und weisen ein ordentliches Maß an botanischer Genauigkeit auf. Der Schnitt der Feige ist mit besonderer Aufmerksamkeit wiedergegeben – ein Thema, das oft von erfahreneren Malern verwendet wird, um Geschicklichkeit zu demonstrieren.
Schlussfolgerung:
Werk von typisch biedermeierlichem Geschmack, das eine Komposition aus Früchten und Blumen auf einer Steinfläche darstellt, die mit einem weißen Tuch bedeckt ist. Die Szene zeigt eine reiche botanische Vielfalt, darunter offene Feigen, Pfirsiche, weiße und schwarze Trauben, Pflaumen, Granatäpfel und Blumen (Rosen und Pfingstrosen), die nach einer klassischen Pyramidenkonstruktion angeordnet sind. Die dunkle und tiefe Umgebung betont den Effekt des Seitenlichts, das die malerische Materie und die naturalistischen Details hervorhebt. Die kompositorische Anlage, die Behandlung des Lichts und die realistische Wiedergabe der Motive deuten auf einen Maler hin, der im Wiener Raum tätig war, im Einklang mit der mitteleuropäischen akademischen Tradition von Johann Baptist Drechsler und stilistisch verwandt mit Sebastian Wegmayr oder Franz Xaver Petter.
Zuschreibung: Umfeld von Franz Xaver Petter, vielleicht ein Schüler von ihm oder zumindest eine Wiener Werkstatt, die im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts tätig war.
Franz Xaver Andreas Petter (23. Oktober 1791 – 11. Mai 1866) war ein österreichischer Künstler. Petter wurde in Lichtental geboren; sein Vater war Porzellanmaler, und es wurde erwartet, dass er den gleichen Beruf ergreifen würde, aber Petter entwickelte ein Interesse an der Ölmalerei. Er studierte bei Johann Baptist Drechsler an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Franz Xaver Petter war einer der bedeutendsten Stilllebenmaler der Biedermeierzeit in Wien. Er spezialisierte sich auf Blumenkompositionen und später auf Fruchtkompositionen und Landschaften mit Blumen und setzte damit die Tradition des niederländischen Blumenstilllebens des Goldenen Zeitalters fort. Petters Gemälde waren beim österreichischen Adel sehr beliebt.
Petter heiratete Catherine Hamböck (1793-1858). Sie hatten zwei Kinder, Theodore, der Künstler wurde, und Gustav, Musiker. Franz Xaver Petter starb im Mai 1866 in Wien.
In Übereinstimmung mit den Bestimmungen des Neuen Kodex für Kulturgüter stellt die verkaufende Gesellschaft gleichzeitig mit dem Verkauf eine detaillierte schriftliche Fotogarantie für die Originalität und Herkunft der verkauften Werke aus. Die Daten, mit denen die Werke beschrieben werden und die dann in den schriftlichen Garantien enthalten sind, sind ausdrückliche Feststellungen, die das Ergebnis sorgfältiger und dokumentierter technisch/historisch/künstlerischer Untersuchungen, einschließlich fachlicher Gutachten, sind.