Barent Gael (1630/1635 – 1698)
Paar Landschaften mit Genreszenen
(2) Öl auf Leinwand, 33 x 40,5 cm
Mit Rahmen, 48 x 54,5 cm
Die beiden Ölgemälde auf Leinwand stammen von dem Maler Baren Gael, der 1630 in Haarlem geboren wurde. Gael, der zunächst in der Werkstatt seines Vaters tätig war, wurde bereits 1642 in die örtliche Malergilde aufgenommen, obwohl der erste Teil seines Werkes nicht bekannt ist. Er war höchstwahrscheinlich ein Schüler von Philips Wouwerman (1619–1668), der seinerseits ein Praktikum bei Frans Hals (1582-1666) und Pieter Verbeck (1610–1654) absolvierte. Er emanzipierte sich um die 1660er Jahre von Wouwermans Malerei, wie A. Houbraken dokumentierte (De Groote Schouburgh der Nederlantse Konstschilders... Bd. 3, 1753). Ein Teil der Inspiration in Bezug auf Genremalerei und repräsentativen Formalismus, der auch in den vorliegenden Gemälden erkennbar ist, kam Gael sicherlich von seinen Kollegen in Haarlem; nachdem er zwischen 1661 und 1673, als er Amsterdam erreichte, von dieser Stadt weggezogen war, setzte der Künstler seine Produktion voller Bauerhofszenen in der Art von Adriaen und Isaac van Ostade fort. In Kontinuität mit der gesamten flämischen Produktion des 16. Jahrhunderts greift Gael auch in dem vorliegenden Paar den typischen Dualismus der niederländischen Genreszenen auf, der einerseits in die Gelassenheit der natürlichen Gegebenheiten und andererseits in die stürmische Lebendigkeit des Lebens einführt, mitunter begleitet von Szenen religiösen oder amourösen Charakters oder kleinen Schlachtszenen. Der Künstler hörte 1681 auf, seine Werke zu datieren, auch wenn die historiografische Überzeugung der Vergangenheit, die ihn zwischen den 1680er und 1690er Jahren nicht an der Staffelei aktiv sah, falsch ist.
Von Gael können heute mehrere Gemälde in Museumseinrichtungen wie dem Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam, dem Birmingham Museums Trust und dem Museo Luigi Mallè in Dronero bewundert werden. Die begleitende zeichnerische Produktion des Künstlers, die oft über den reinen Studienzweck hinausgeht, fällt hingegen voll in die Tradition des niederländischen Bozzettismus, wie die Szene mit Reiter heute im British Museum in London beweist.