Umfeld von Pieter Van Laer, 17. Jahrhundert
Almosenszene
Öl auf Leinwand, 68 x 70 cm
Pieter Van Laer, der von 1625 bis 1638 in Rom nachgewiesen ist, ist einer der jungen flämischen, holländischen und deutschen Maler, die in die Hauptstadt strömen, um sich auf die Malerei zu spezialisieren. Van Laer versuchte nämlich, die tiefe Menschlichkeit Caravaggios mit dem Realismus der nordischen Tradition zu verbinden, indem er einen einfacheren und nüchterneren Ton annahm als die beschreibenden und karikaturhaften Ergebnisse der anderen Bamboccianti.
Bamboccio, geboren 1592 in Haarlem, war der Spitzname, den sie ihm in Rom gaben, vielleicht wegen seines runden Gesichts, das von den Besuchen in den Tavernen gerötet war. Er wurde als der erste anerkannt, der eine Malerrichtung initiierte, die Episoden aus dem wirklichen Leben hervorhob.
Seine Werke, die sich durch kleine Dimensionen und einen anekdotischen Geist auszeichnen, wurden Bambocciate genannt. Der Autor schuf, ausgehend von Caravaggio-Modellen, Werke, die sich durch einen narrativen und skizzenhaften Realismus auszeichnen. Sein bekanntester Anhänger war Michelangelo Cerquozzi. Nach einem Aufenthalt in Amsterdam kehrte er nach Holland zurück und zog sich nach Haarlem zurück.
Die dargestellte Genreszene zeigt eine bürgerliche Person, die im Begriff ist, zwei Bettlern mit der rechten Hand Almosen zu geben, während sie mit der linken Hand einer Frau und ihrem Kind das Bild der Jungfrau Maria zeigt. Wahrscheinlich ist die Episode, angesichts der Epoche, von den Taten des Heiligen Philipp Neri inspiriert. Er stammte aus der Toskana, lebte Ende des 16. Jahrhunderts in Rom und gründete die Kongregation der Oratorianer. Er kümmerte sich besonders um Kinder, Witwen und Arme in Zeiten der Hungersnot. Die Umgebung zeigt einige Ruinen aus römischer Zeit, die bereits in die Vegetation integriert sind, und einen Landschaftsausschnitt im Hintergrund. Unverzichtbar ist der Hund in der unteren rechten Ecke, eine wiederkehrende stilistische Ziffer des Autors. In den Gemälden der Strömung gab es nie eine Absicht der Kritik oder des sozialen Protests, während es stattdessen nicht an einer mehr oder weniger versteckten Veräppelung der Sitten des Volkes mangelte.
Einige stilistische Vergleiche können mit dem Gemälde durchgeführt werden, das bei der Aufsichtsbehörde von Parma und Piacenza aufbewahrt wird und eine Mutter mit Kind in der römischen Landschaft darstellt (siehe den Vergleich mit unserem betenden Kind), das einer Adelskollektion aus München gehörte und einen Bettler darstellt, der im Schatten römischer Überreste sitzt, sowie mit anderen Werken, die auf dem Antiquitätenmarkt erschienen sind. Zu den gemeinsamen Merkmalen mit den vorliegenden Gemälden sicherer Provenienz gehören der pastose Pinselstrich, der lebhafte Naturalismus und die Vorliebe für das dramatische Helldunkel.
Das Objekt ist in gutem Zustand.
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