ERCOLE DREI
(Faenza, 1886 - Rom, 1973)
Schale mit geflügelter Figur, 1925/30
Gips
Höhe 68 cm
Grundfläche 23x23 cm
Durchmesser der Schale 33 cm
Bibliographie:
ERCOLE DREI SCULTORE, 1886 - 1973, Ausstellungskatalog herausgegeben von F.Bertoni, Comune di Faenza, 1986, S.189 (Bronze); ERCOLE DREI - dalla Secessione al Classicismo del Novecento, Ausstellungskatalog herausgegeben von Francesca Antonacci und Giovanna Caterina de Feo, Rom, 2005, S. 44, 45 (Bronze); Art Nouveau a Faenza - Il cenacolo baccariniano. Ausstellungskatalog herausgegeben von J.Bentini, Electa 2007, Abb. 63 (die hier präsentierte Version); ERCOLE DREI - Modeno eterno linguaggio classico. Echi dal Novecento 6 - Studiolo, Mailand 2020 herausgegeben von G.Cribiori, Tafel 13; Fra le righe, herausgegeben von G.Cribiori, 9cento Milano Edizioni, 2023, Tafel 123, S. 197
Ausstellungen:
ERCOLE DREI SCULTORE, 1886 - 1973, Faenza, Palazzo del Podestà,
herausgegeben von F.Bertoni, 13. September - 2. November 1986
ERCOLE DREI - dalla Secessione al Classicismo del Novecento, Rom, Francesca Antonacci, 16. Mai - 24. Juni 2005, (glasierte Keramik und patinierter Gips)
ERCOLE DREI, 1886 - 1973 - Trenta disegni Inediti, scultura e pittura, Rom, Nuova Galleria Campo dei Fiori, Februar 2008
Die umfangreiche Bibliographie und die zahlreichen Ausstellungen unterstreichen die künstlerische Bedeutung der Skulptur, die einen entscheidenden
Übergang in Dreis Kunst zu markieren scheint, weg von den Kanons des Jugendstils hin zu einem Klassizismus, der ihm mehr liegt.
Die Schale, die für die Bedürfnisse des Luftfahrtministeriums entworfen wurde, fällt chronologisch in eine bereits voll ausgereifte Phase von Drei, der beschließt, die längst aufgegebenen Jugendstilerfahrungen wieder aufleben zu lassen.
Franco Bertoni weist auf die Existenz von Zeichnungen aus den Jahren 1914/15 hin, die Figuren mit nach oben ausgestreckten Armen darstellen, die seiner Meinung nach für diese Realisierung verwendet wurden.1
Dies beweist, dass Drei im Laufe der Zeit frühere, vorübergehend verworfene Erfindungen verwendete; die visuelle Suggestion des Bildhauers veranlasst ihn, zum letzten Mal zu den Kanons des Jugendstils zurückzukehren, da er deren Leichtigkeit und Eleganz für eine Skulptur, die der Feier der Luft gewidmet ist, als unabdingbare Voraussetzung erachtet, was entschieden
konträr zu den Stilmitteln steht, die von da an Werke dieser Art zu einer Darstellung führen würden, die auf die Verherrlichung von Kraft, Opfer und Heldentum durch viel strukturiertere und solidere Formen und Linien ausgerichtet ist, wenn auch nicht weniger elegant in ihren gelungensten Ergebnissen.
Der Schwung der sich windenden Figur, bei der Haare und Flügel mit der Schale verschmelzen, lässt sie wie eine Art Phönixfrau in Flammen erscheinen, bereit, aus ihrer Asche wiedergeboren zu werden.
Der Triton, der am Fuße der weiblichen Figur platziert ist, könnte die vom Menschen über das Meer erreichte Herrschaft durch Transatlantikflüge darstellen, die in dieser Zeit zu heroischen Unternehmungen wurden, die als Propaganda zur Demonstration der angeblichen Stärke und Qualität der italienischen Kriegsmittel eingesetzt wurden.
GC
1 in Art Nouveau a Faenza - Il cenacolo baccariniano.
Ausstellungskatalog herausgegeben von J.Bentini, Electa 2007, S. 148