Werkstatt von Bassano (17. Jh.)
Allegorie des Winters
Öl auf Leinwand, 92,5 x 118 cm
Die Allegorie des Winters, ein Öl auf Leinwand, das der Werkstatt von Bassano zugeschrieben wird, fügt sich in den erfolgreichen Zyklus der Jahreszeiten ein, der von Jacopo Bassano in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts konzipiert und in zahlreichen Varianten nachgebildet wurde, um einer breiten und artikulierten Sammlernachfrage gerecht zu werden. Das Gemälde weist die gleiche kompositorische Anordnung auf wie die Version, die Jacopo zugeschrieben und in der Galleria Borghese in Rom aufbewahrt wird, was die Abhängigkeit von einem erfolgreichen Prototyp bestätigt, der von der produktiven Familienwerkstatt mit geringfügigen Unterschieden überarbeitet wurde. Weitere Fassungen desselben Motivs befinden sich heute in Privatsammlungen und bedeutenden musealen Institutionen wie dem Louvre in Paris und dem Kunsthistorischen Museum in Wien, was die europäische Verbreitung des Themas sowie seinen kritischen und kommerziellen Erfolg bezeugt. Die Szene spielt in einer verschneiten Berglandschaft, die den Hintergrund mit einem Profil von verschneiten Hügeln und einem schwangeren Himmel, der von braunen und grauen Tönen durchzogen ist, einnimmt. Die von Erden, Ocker und warmen Brauntönen dominierte Palette ist dem saisonalen Thema kongruent und trägt dazu bei, eine geschlossene und strenge Atmosphäre zu schaffen. Im Vordergrund sammelt und bindet ein junger Bauer rechts Holzscheite, die er auf einen kurz hinter ihm stehenden Esel lädt. In der Mitte läuft ein Hund, der in Bewegung eingefangen ist und die Szene mit einem dynamischen Schwung belebt und die verschiedenen narrativen Knotenpunkte ideal verbindet. Der visuelle und emotionale Schwerpunkt des Werkes ist jedoch die Familiengruppe in der Nähe einer Hütte auf der linken Seite. Eine Familie von armen Hirten versammelt sich um ein im Freien entzündetes Feuer: eine alte Frau, eingehüllt in einen hellen Mantel, beugt sich zu einer jungen Mutter mit Kind; ein Mann, der neben einem provisorisch gedeckten Tisch sitzt, wärmt seine Hände und Füße am Feuer. Im Hintergrund sind weitere Bauern mit der Holzsammlung beschäftigt, was das Thema der Winterarbeit wiederholt und die chorische Dimension der Szene erweitert. Das Werk ermöglicht es, die Arbeitsweise der Bassano-Werkstatt, die auf einem bewährten System von wiederverwendeten und neu kombinierten Kartons und figurativen Modulen beruht, besonders deutlich zu erkennen. Die Figuren, Tiere, Hütten und sogar einige Körperhaltungen wiederholen sich mit leichten Variationen in den verschiedenen Versionen. In der Allegorie des Winters übersetzt sich dieser Dialog in eine feste und gut orchestrierte Komposition, in der der alltägliche Naturalismus – bestehend aus einfachen Gesten, Haustieren, Werkzeugen und rustikalen Architekturen – eine symbolische Bedeutung erhält. Die häusliche und pastorale Dimension, die so typisch für die Sensibilität der Bassano-Künstler ist, verleiht der Szene einen intimen und teilnehmenden Ton und verwandelt die Allegorie in eine Erzählung vom täglichen Leben, die von Realismus und menschlicher Wärme durchdrungen ist.