Umbrischer Bildhauer der Mitte des 13. Jahrhunderts
Maria Sedes
Bemaltes Holz, 118 x 30 x 34 cm
Herkunft: Galleria Pietro Accorsi Turin
Die Holzskulptur, die die hier betrachtete Madonna darstellt, ist ein bedeutendes Zeugnis der umbrischen Plastik der Mitte des 13. Jahrhunderts, einer Zeit, in der die bemalte Holzskulptur weit verbreitet und langlebig war, insbesondere in ländlichen und klösterlichen Andachtskontexten. Das Werk, dem heute einige wesentliche Elemente fehlen, behält dennoch eine starke formale und ikonografische Lesbarkeit, die eine überzeugende historisch-künstlerische Einordnung ermöglicht. Die Jungfrau wird im Typus der Sedes Sapientiae dargestellt: frontal sitzend, mit aufrechtem Oberkörper und Händen, die ursprünglich bereit waren, das Kind auf dem Schoß zu empfangen. Letzteres, heute verloren, musste mittels Holz- oder Metallstiften befestigt werden, wie die noch sichtbaren Löcher auf Höhe des Beckens der Madonna deutlich belegen. Das ovale und längliche Gesicht der Jungfrau weist sanfte Züge auf, mit leicht gesenkten mandelförmigen Augen und einem kaum wahrnehmbaren Lächeln, das sowohl von der archaischeren romanischen Starrheit als auch von den gotischen Öffnungen entfernt ist. Dieses formale Gleichgewicht lässt eine Datierung im Laufe des 13. Jahrhunderts vermuten. Die Wiedergabe der Holzoberflächen, die trotz der Lücken noch gut lesbar ist, zeigt eine schlichte, aber sorgfältige Bearbeitung, während die verbliebene Polychromie – mit dem dunklen Mantel und den von roten Bändern verzierten Ärmeln – die ursprüngliche Bedeutung des malerischen Apparats zur Stärkung des symbolischen und liturgischen Werts des Bildes bestätigt. Stilistisch und typologisch lässt sich das Werk gut mit anderen Holzmadonnen Zentralitaliens vergleichen. Insbesondere die Vergleiche mit der Madonna von Cancanelle (heute im Nationalmuseum der Abruzzen), der Madonna von Vallinfante (Museum des Bistums Camerino) und der Madonna mit Kind der Kollegiatskirche von Orticoli sind aufschlussreich. In all diesen Skulpturen finden sich eine ähnliche frontale Haltung, eine monumentale Konzeption der Marienfigur und eine noch eher hierarchische als affektive Beziehung zwischen Mutter und Kind. Diese Ähnlichkeiten bestätigen die Zugehörigkeit des Werkes zu einer gemeinsamen bildlichen Sprache zwischen Umbrien und den angrenzenden Gebieten, die durch die Verbreitung gemeinsamer Modelle geprägt ist, die von lokalen Meistern neu interpretiert wurden. Von besonderer historisch-sammlerischer Bedeutung ist die Anwesenheit eines Etiketts der Galerie Pietro Accorsi Antichità in Turin auf der Rückseite der Skulptur. Pietro Accorsi war einer der bedeutendsten italienischen Antiquitätenhändler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bekannt nicht nur für seinen kritischen Scharfsinn, sondern auch für den berühmten Trivulzio-Fall, der zum Verkauf eines Teils der Mailänder Sammlung von Fürst Luigi Alberico Trivulzio di Belgioioso und dem Einzug von Meisterwerken wie dem Porträt eines Mannes von Antonello da Messina und einem wertvollen illuminierten Stundenbuch aus dem 15. Jahrhundert mit einigen von Jan van Eyck zugeschriebenen Illustrationen in die Turiner Sammlungen führte. Das Vorhandensein des Kennzeichens bescheinigt somit die Qualität des Werkes und belegt, dass es das Interesse eines Experten auf höchstem Niveau geweckt haben muss, der es höchstwahrscheinlich im Laufe des letzten Jahrhunderts gehandelt hat.
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