18. Jahrhundert, Neapolitanische Schule
Das Gastmahl des reichen Epulon
Öl auf Leinwand, 73 x 98 cm – mit Rahmen 101,5 x 126,5
Auch die unvermeidlichen Silberplatten, ordentlich und prunkvoll auf der rechten Seite des Gemäldes aufgereiht, und die Hunde, die als einzige dem Bettler helfen, indem sie seine Wunden lecken, sind vorhanden. Das vorliegende Gemälde zeigt die Parabel des reichen Mannes Epulon auf luftig detaillierte Weise. Die Erzählung, die in Lukas (16,19-31) erwähnt wird, stellt einen literarischen Vorläufer zum Danteschen Kontrapasso dar: Ein sehr reicher Mann, Priester des Jupitertempels, veranstaltete jeden Tag lukullische Gastmahle, bekleidet mit Purpur und feinem Leinen; eines Tages kam ein armer Mann namens Lazarus zu ihm und bat um Hilfe. Der Reiche würdigte ihn keiner Beachtung. Getreu der alten lateinischen Maxime nomen omen saß der Bettler Lazarus, dessen Name im Aramäischen Elazar bedeutet, dass "Gott hilft", nach seinem Tod neben Abraham, während der reiche Epulon in den Flammen verdammt wurde. Der Eigenname, der dem reichen Mann gegeben wurde, Epulon, der im Evangeliumstext nie vorkommt, ist das Ergebnis einer späteren literarischen Tradition; es ist in der Tat eine Verballhornung des lateinischen Verbs, mit dem die Passage aus dem Aramäischen übersetzt wurde: epulabor, oder "schlemmen".
Das vorliegende Werk offenbart die typisch neapolitanische Handschrift in der überfüllten Anordnung der Figuren, die durch das brünierte Helldunkel, das die Leinwand durchdringt, kräftig definiert werden. Die Dramatik der Gesten, die im verächtlichen Ausdruck des Epulon und in der kunstvollen Sitzhaltung des Lazarus deutlich wird, spiegelt die große Barockzeit der partenopeischen Stadt wider und greift die traditionelle erzählerische Schärfe auf. Die fortschreitende Beleuchtung, die die Figuren streichelt, verrät jedoch eine Überwindung der Stile, die bereits Mattia Preti (1613-1669) und Bernardo Cavallino (1616-1656) eigen waren. Die Deklination des Werks im 18. Jahrhundert zeigt sich insbesondere im Vergleich mit einem Gemälde ähnlichen Themas von Luca Giordano (1634-1705), das heute in der Gemäldegalerie des Palazzo Magnani aufbewahrt wird. Die perspektivische Vertiefung, die Giordano im Himmel vorgenommen hat, in dem sich verschwommene Architekturen abheben, spiegelt sich im vorliegenden Fall im Landhaus im rechten Hintergrund der Leinwand wider.
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