Gutachten von Professor Riccardo Lattuada
Die grobe Leinwand und die Kreidegrundierung sind offensichtlich neapolitanischer Produktion und stammen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Nahaufnahme der drei Figuren und die Tatsache, dass die jüngste Restaurierung die Anwesenheit eines alten Doublierungsleinens, aber auch das Fehlen von Webkanten gezeigt hat, lassen vermuten, dass das Gemälde ein Fragment einer größeren Komposition sein könnte. Diese Hypothese wird durch mögliche Vergleiche mit anderen Werken aus dem neapolitanischen Umfeld der Mitte des 17. Jahrhunderts gestützt. Es scheint mir nämlich, dass die glaubwürdigsten Vergleiche mit einer bestimmten Anzahl von Werken von Andrea Vaccaro (Neapel, 1604-1670) angestellt werden können. Von diesem Meister, der während seiner gesamten langen Tätigkeit einer der führenden Vertreter der neapolitanischen Malerei war, scheint es mir möglich, mit dem hier zur Diskussion stehenden Gemälde ein herrliches Pendant mit 'Lot und seine Töchter' und 'Moses, der Wasser aus dem Felsen schlägt' in einer Privatsammlung zu vergleichen, das vom Schreiberling auf das erste Viertel des 17. Jahrhunderts datiert wird.
(vgl. R. Lattuada, I percorsi di Andrea Vaccaro, in M. Izzo, Nicola Vaccaro (1640-1709). Un artista a Napoli tra Barocco e Arcadia, Todi, Tau editrice, 2009, S. 61-64)