Antonio Mancini
(Rom, 1852 – Rom, 1930)
Porträt von Aurelia Ciommi (genannt „La Cornacchia“)
Autor: Antonio Mancini
Titel: Porträt von Aurelia Ciommi (genannt „La Cornacchia“)
Epoche: Frühes 20. Jahrhundert (datierbar zwischen 1905 und 1910)
Technik: Öl auf Leinwand
Inschriften: Oben rechts signiert und gewidmet: „Dono ad Aurelia / A. Mancini“
Maße (Leinwand): 76 x 56 cm / mit Rahmen: 106,5 x 89 cm
Echtheitszertifikat: Begleitet von einer offiziellen Echtheitsbestätigung des Archivs Antonio Mancini in Rom.
Beschreibung und kritische Analyse
Dieses außergewöhnliche Werk ist ein intimes und lebendiges Zeugnis der künstlerischen Reife von Antonio Mancini, einem der revolutionärsten und exzentrischsten Meister der italienischen Malerei an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Das Gemälde porträtiert das berühmte römische Modell Aurelia Ciommi, das wegen ihrer markanten, stolzen Gesichtszüge und ihrer prominenten Nase liebevoll den Spitznamen „La Cornacchia“ (Die Krähe) erhielt. Ciommi war eine der wichtigsten und beständigsten Musen im Leben des Malers, der sie in mehreren Leinwänden und vorbereitenden Studien verewigte (darunter das gefeierte Meisterwerk Aurelia aus dem Jahr 1906, das sich heute in der National Gallery in London befindet).
Das vorliegende Werk zeichnet sich durch seine außergewöhnliche emotionale und materielle Kraft aus. Mancini gibt jeden kalten Akademismus auf, um sich einer Malerei reinen Instinkts und reiner Energie zuzuwenden:
Die Materie: Die Leinwand zeichnet sich durch eindrucksvolle experimentelle Materialbearbeitung aus. Die Farbe wird mit dichten, fast skulpturalen Tupfern aufgetragen, die das Licht auf schillernde Weise einfangen und reflektieren.
Das Licht und die Atmosphäre: Der tiefe, dunkle Hintergrund hebt die Figur der Frau mit einem dramatischen, fast karawaggiesken Kontrast hervor.
Die Intimität des Geschenks: Die wertvolle autographe Widmung oben rechts („Dono ad Aurelia / A. Mancini“) verwandelt dieses Gemälde in ein Kunstobjekt von unschätzbarem historischen Wert und besiegelt die tiefe menschliche und professionelle Bindung zwischen dem Künstler und seinem Lieblingsmodell.
Biografischer Hinweis zum Künstler
Als Wunderkind, das bereits mit zwölf Jahren an die Accademia di Belle Arti in Neapel aufgenommen wurde, lebte und arbeitete Antonio Mancini in den großen Kunstzentren Europas: Rom, Neapel und Paris.
Früh der veristischen Bewegung zugeordnet, arbeitete er eng mit dem Kreis um Édouard Manet zusammen und pflegte enge Beziehungen der Hochachtung und Freundschaft mit internationalen Giganten wie John Singer Sargent und Edgar Degas. Bekannt für seine psychologischen Porträts und seine kühnen technischen Experimente (wie die Verwendung des „Gitterwerks“), gilt Mancini heute einstimmig als einer der größten Vertreter der modernen italienischen Malerei.