Beschreibung des Werkes
Das Gemälde fängt Tellaro in einem seiner spektakulärsten Momente ein: einem Seesturm.
Komposition: Das Dorf mit seiner charakteristischen Kirche San Giorgio, die auf der Klippe thront, ist links angeordnet, fast so, als wolle es der Macht der Elemente widerstehen. Im Hintergrund rechts erkennt man das Profil der Insel Tino und Palmaria.
Stil und Farbe: Caselli verwendet einen materiellen und dynamischen Pinselstrich, typisch für seine Reifezeit. Die Wellen sind mit breiten Flächen aus Weiß, Blau und Smaragdgrün dargestellt, die die Bewegung und das Aufschäumen des Wassers vermitteln. Der Himmel, beladen mit Wolken, aber mit Lichtschimmern, spiegelt die Unruhe und die Schönheit des Ligurischen Meeres wider.
Atmosphäre: Das Werk ist keine einfache Postkartenansicht, sondern eine Feier der Naturgewalten, ein Thema, das Caselli während seiner gesamten Karriere obsessiv erforscht hat.
Abmessungen: 112 x 80 cm
Epoche: 1950er Jahre.
Biografische Notizen zu Giuseppe Caselli (1893–1976)
Giuseppe "Pino" Caselli war eine zentrale Figur der ligurischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Hier sind einige Höhepunkte seines Lebens:
Ausbildung und Einflüsse: Geboren in Luzzara (Reggio Emilia), zog er als sehr junger Mann nach La Spezia. Er studierte an der Accademia di Belle Arti in Florenz und war Schüler von Felice Del Santo und Antonio Discovolo. Prägend war die Begegnung mit Lorenzo Viani, der seinen expressionistischen Stil und seine Sensibilität für dramatische Themen beeinflusste.
Die Kriegserfahrung: Während des Ersten Weltkriegs geriet er in Mauthausen in Kriegsgefangenschaft. Diese traumatische Erfahrung prägte seine Kunst tief und führte ihn dazu, Zyklen von düstereren und introspektiveren Werken zu malen (wie die berühmten Erinnyen), fernab seiner leuchtenden Meereslandschaften.
Der Futurismus und der Golfo-Preis: 1933 nahm er mit Werken der Aeropittura am ersten vom Filippo Tommaso Marinetti organisierten "Premio del Golfo" teil und zeigte seine Fähigkeit, mit den Avantgarden der Zeit zu kommunizieren.
Der "Maler des Meeres": Trotz Ausflügen in den Futurismus und Expressionismus ging Caselli vor allem für seine Landschaften des Golfs von La Spezia, der Cinque Terre und der Lunigiana in die Geschichte ein. Es heißt, es gebe kein historisches Haus in La Spezia, das nicht ein Bild von ihm an seinen Wänden besitze.
Er starb 1976 in La Spezia und hinterließ ein künstlerisches Erbe, das die visuelle Identität der östlichen ligurischen Küste bis heute prägt.
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