Ettore Forti (1850-1940), Pompejanische Szene, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts
Öl auf Leinwand, 57 x 98,5 cm.
Signiert „E. Forti Roma“ unten rechts.
Das Gemälde stellt eine historische Genreszene dar, die in einem römischen oder pompejanischen Umfeld spielt. Der gewählte Moment ist besonders: Während einer Prozession tadelt der Kaiser, der auf einer reich verzierten Sänfte getragen wird, einen Mann, der sich in Trunkenheit entblößt hat. In der antiken römischen Kultur wünschte man sich eine gewisse Mäßigung der Sitten, insbesondere in der Öffentlichkeit: Wer sich übermäßig verhielt, respektierte die römische Moral nicht.
Fortis Gemälde zeichnet sich durch große Detailgenauigkeit aus. Die Umgebung ist in jedem Detail meisterhaft rekonstruiert: der Tisch in der Ecke, beladen mit Krügen, Gläsern und den darüber und zu seinen Füßen verstreuten Resten, die klassizistische Architektur im Hintergrund mit dem Obelisken und den umliegenden Gebäuden, die in ihren Bestandteilen ausgeführt sind. Bemerkenswert ist auch die Sorgfalt, mit der die Sänfte gefertigt ist: fein geschnitztes Holz mit wichtigen Verzierungen wie Sphingen auf den Säulen des Baldachins, in die obere Struktur eingelassene Steine und das Dach mit einem Bogenabschluss, der Palmetten, Adler und zwei Statuen trägt – ein Hippocampus und ein geflügelter Sieg.
Außerdem verwendete Forti in seinen Gemälden sehr intensive Farben: Pompejanischrot, Türkis, Tiefblau.
Auf dieser Leinwand beschränkt sich der Künstler nicht nur auf die Ausführung einer Szene in historischen Gewändern, sondern kümmert sich auch um die dramatische Kraft der Figuren mit ihren ausdrucksstarken Gesichtern und Gesten.