Imambito von Jean-Baptiste Monnoyer (Lille, 1636 - London, 1699)
Blumenstrauß
Öl auf Leinwand, 103/97 x 77 cm
Das aufwendige Profil mit abwechselnden Lappen verweist auf die Kostbarkeit der dem Betrachter dargebotenen Blumenkomposition.
Eine flache Beleuchtung schneidet die Marmorplatte frontal, fällt senkrecht vor die Vase und hebt die definierten Kronen der Blumen hervor, die kraftvoll aus einem theatralischen dunklen Hintergrund hervortreten. Die fließende formale Geometrie, die die Blumen zeichnet und sie in einer ruhigen Farbgebung nebeneinanderstellt, scheut sich nicht, die raffiniertesten Arten zu enthüllen: rote Pfingstrosen wechseln sich mit Rosen, verschieden gestreiften Nelken, Anemonen mit fadenförmigen Blütenblättern und vielleicht Zentifolien ab. Gerade diese besondere Vielfalt an Schnittblumen, in Übereinstimmung mit dem soliden plastischen Rhythmus von Kronen und dem antikisierenden Dekor des Reliefs auf der verzierten Vase, ermöglicht es, die vorliegende künstlerische Sprache der besonderen Kultur anzunähern, die vom Echo Jean-Baptiste Monnoyers (1636-1699) getragen wird. Monnoyer, ein flämischer Maler aus Lille, verband zunächst seinen Namen mit Entwürfen für Wandteppiche, die er für die Manufakturen von Beauvais und Gobelins erstellte. Anschließend wurde er ein Protegé von Charles Le Brun, der seine Kunst für die Ausschmückung des Schlosses von Marly und dann das von Meudon anforderte. Sein Ruhm führte ihn über den Ärmelkanal nach Montagu House in London und in die Augen anderer englischer Gutsbesitzer. Monnoyer war ein vielseitiger und polyformer Künstler: Die beständige und solide Fülle von Knospen und Blütenkelchen war eine Konstante in seinen Stillleben, ebenso wie im vorliegenden Werk, das jedes Blütenblatt und jedes Blatt definiert. Monnoyers Lehre verbreitete sich unaufhaltsam in der Schule und in der vielfältigen Nachkommenschaft, die er zu bestimmen hatte: In diesem Zusammenhang kann das vorliegende Werk sowohl mit zwei Stillleben Monnoyers verglichen werden, von denen eines auf dem Antiquitätenmarkt (Sotheby's, Auktion vom 9. Januar 1980, Nr. 155) und das andere in Privatbesitz war, als auch mit verschiedenen Gemälden von Jean Baptiste Belin de Fontenay (Caen, 1653 – Paris, 1715), einem Schüler und Schwiegersohn Monnoyers, die alle in Privatbesitz waren (Dorotheum-Auktionen). Eine klare Uniformität von Pastelltönen lenkt diese Kompositionen zu einem nüchtern zurückhaltenden Geschmack, der mit der vorherrschenden dekorativen Absicht der Zeit übereinstimmt. Auch Belin erfüllte Aufträge für die königlichen Residenzen von Versailles, Compiègne und Fontainebleau, Marly und Meudon und schuf elegante Blumensträuße, in denen die Schönheit durch die ruhige, aber zugleich edle Blumenkomposition aufs höchste gesteigert wurde.