Bronzemörser, gefertigt im Wachsausschmelzverfahren, dekoriert mit pflanzlichen Motiven im Flachrelief und versehen mit einer Kartusche, überragt von einem Paar musizierender Engel, mit der Inschrift „Innocentius De Madiis fecit Brixiae“. Unter der Kartusche erscheint in römischen Ziffern die Jahreszahl MDCC LXXV, d. h. 1775.
De Madiis ist einer der vielen Nachnamen, unter denen bereits im 12. Jahrhundert die Mitglieder der Familie Maggi, einer wichtigen Guelfenfamilie aus Brescia, erwähnt werden.
Unser Schöpfer ist jener Innocenzo Maggi, der 1794 zusammen mit einem gewissen Gaetano Soletti die große Glocke des Torre del Popolo in Brescia goss und daraus die noch heute existierenden vier Glocken gewann.
An der der Kartusche gegenüberliegenden Seite befindet sich der Name des Apothekers aus Brescia, für den der Mörser angefertigt wurde: Girolamo Simoni, wie eine sorgfältige Recherche im Staatsarchiv von Brescia, Kanzlei der Oberpräfektur, Mappe 42 ergab.
Maße: Basisdurchmesser 21 cm x oberer Durchmesser 37 cm x Höhe 34 cm
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ÜBER INNOCENZO MAGGI UND FAMILIE
MAGGI
Eine Glockengießerfamilie, die erstmals 1721 in Brescia mit Giuseppe Maggi qd. Giuseppe, aus Novara, wohnhaft in Brescia in der Contrada Strada Nova, als „Pelz- und Lederhändler“ in einer Urkunde erwähnt wird. Entgegen der Annahme von P. Guerrini könnte die Glockengießerei der Maggi mit der Heirat von Felice q. Giuseppe mit Maria Filiberti, aus der berühmten Glockengießerfamilie, begonnen haben. Der Durchbruch der Gießerei Maggi erfolgte mit Innocenzo (1726-27. Mai 1801), der sich 1795 ein Grabmal im Heiligtum der Grazie vorbereiten ließ, aber stattdessen in der Kirche S. Giovanni beigesetzt wurde. Ihm verdanken wir die größte Glocke, den sogenannten „Campanone“ des Torre del Popolo oder del Pegol (1794). In den Jahren 1774-1776 goss er die Glocken der Pfarrkirche von Cortenedolo. Er goss auch die größte Glocke des Heiligtums von S. Maria dei Miracoli in Brescia. Seine Tätigkeit wurde von Innocenzo junior (+ 11. März 1828) und Giuseppe (18. März 1835) fortgesetzt. Aus dem Jahr 1779 stammt die Glocke von Navono, aus dem Jahr 1804 das Glockengeläut von Pezzoro, aus dem Jahr 1848 das von fünf Glocken aus Polaveno. 1857 präsentierte Innocenzo Maggi auf der Mailänder Ausstellung ein Geläut von drei Turmglocken, das laut Cocchetti bewies, dass „wenn wir auch weit davon entfernt sind, in dieser Kunst Perfektion erreicht zu haben, wir doch nicht zu den Letzten gezählt werden dürfen“. Die Tätigkeit der Maggi erlosch um 1860. Guerrini schreibt, dass „fast alle unsere Glocken aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus der Werkstatt Maggi (in La Pallata) kamen“, sowohl große (wie der Campanone des Turms von 1794) als auch kleine (wie die der Pfarrkirche von Camignone, 1794, des Heiligtums der SS. Gervasio und Protasio von Bagolino, 1806).