19. Jahrhundert
Jagdszene der französischen Könige
Elfenbein, aufgeklappt 18 x 14,5 cm
Dieses kostbare Elfenbein-Triptychon aus dem 19. Jahrhundert präsentiert sich als raffiniertes Meisterwerk historistischen Kunsthandwerks, das sich durch drei abgerundete Paneele auszeichnet, die eine dynamische königliche Jagdszene erzählen. Im Zentrum dominiert die Figur eines auf einem Pferd reitenden Souveräns, der wahrscheinlich als Sonnenkönig Ludwig XIV. identifiziert werden kann. Seine majestätische Reiterikone wird durch die plastische Schnitzerei der Volumen und anatomischen Details hervorgehoben. Ludwig XIV. hat die Jagd radikal verändert und sie von einer einfachen Jagdpraxis zu einer der fundamentalen Säulen der Etikette und politischen Propaganda der absoluten Monarchie erhoben und sie zu einem echten höfischen Zeitvertreib gemacht, der in jedem Detail kodifiziert war und in dem der Souverän seine körperliche Kraft und die Fähigkeit, die Natur zu beherrschen, zur Schau stellte, eine lebende Metapher für die über den Staat ausgeübte Kontrolle. Das fein gravierte architektonische Profil im Hintergrund, das an die Strukturen der Schlösser von Fontainebleau oder Versailles erinnert, dient als Bühnenbild für die Handlung, während der obere Giebel mit dem Wappen der französischen Monarchie mit drei Lilien, umgeben von Füllhörnern, die den königlichen Wohlstand symbolisieren, geschmückt ist.