Ernesto Bazzaro (Mailand, 1859 - 1937)
Karawane
Bronze, 54 x 60 x 20 cm
Signiert am Sockel
Das Werk mit seiner starken naturalistischen Prägung, das eine Frau mit einem Kind auf dem Rücken eines Dromedars darstellt, wahrscheinlich Teil einer Karawane, ist ein Werk des Künstlers Ernesto Bazzaro (Mailand, 1859 – 1937). Das Bild, von großer Menschlichkeit und Sanftheit, wird vom Künstler bis ins kleinste Detail wiedergegeben: Besonders bemerkenswert ist die künstlerische Wiedergabe der Draperie sowie der Ausdruck, der den Gesichtern verliehen wird.
Bazzaro wurde 1859 in Mailand geboren. 1875 schrieb er sich an der Accademia di Belle Arti di Brera ein, wo er Kurse in Ornamentik belegte und Leonardo Bistolfi und Gaetano Previati kennenlernte. 1881 gewann er den Luigi-Canonica-Wettbewerb mit der Skulptur Sordello da Goito, einem Werk von noch romantischem Geschmack. In diesen Jahren kam er in Kontakt mit der Mailänder Scapigliatura, einer Beziehung, die für seine Entwicklung von grundlegender Bedeutung sein sollte; er verfolgte die Aktivitäten der Famiglia Artistica und der Società Permanente.
Als jüngerer Bruder des Malers Leonardo besuchte er die Kurse von Antonio Borghi und Giuseppe Grandi an der Accademia di Brera und widmete sich der Bildhauerei. Er war einer der bedeutendsten lombardischen Bildhauer des späten 19. Jahrhunderts mit einer impressionistischen Technik; er war Lehrer von Paolo Troubetzkoy.
Von ihm stammen das Marmororiginal der Garibaldi-Statue in Monza und das Denkmal für Felice Cavallotti in Mailand, in dem Leonidas I. dargestellt ist, der Held der Schlacht bei den Thermopylen, dem Cavallotti sein Werk Der Marsch des Leonidas gewidmet hatte. Viele seiner anderen Werke wurden für Grabdenkmäler auf dem Cimitero Monumentale in Mailand und auf dem Friedhof von Pallanza geschaffen. Zu seinen Schülern gehörte Costante Coter. Kurios ist die Geschichte seiner beiden Frauenfiguren, die für die Fassade des Palazzo Castiglioni in Mailand geschaffen wurden: Da sie von der Bevölkerung als zu freizügig empfunden wurden, mussten sie entfernt und in einem anderen Gebäude aufgestellt werden. Er starb 1937 in Mailand. Das bedeutendste Werk ist vermutlich das Denkmal für Felice Cavallotti, das zwischen 1901 und 1906 entstand. Von 1905 bis 1908 war er Mitglied des Gemeinderats von Mailand. 1913 stellte er Beduina und Selbstporträt lächelnd auf der Internationalen Ausstellung in Rom aus. 1917 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Galleria Centrale d'Arte in Mailand, wo er unter anderem die Bronzestatue Selbstporträt ernst präsentierte. Gerade die Selbstporträts zeichnen sich durch eine intensive psychologische Wiedergabe aus, einem der interessantesten Faktoren in Bazzaros Werk, der sich jedoch auch im ernsten und vertieften Ausdruck des hier porträtierten Musikers widerspiegelt.
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