Beschreibung
Jacopo Negretti, genannt Palma il Giovane, zugeschr.
Venedig 1549 – Venedig 1628
Pietà
Öl auf Leinwand
cm 85,5x114
Das Gemälde stammt aus den frühen Jahren des 17. Jahrhunderts und kann aufgrund seiner stilistischen Merkmale dem Werk von Palma il Giovane zugeordnet werden. Der Künstler hat sich mehrfach mit diesem Sujet auseinandergesetzt, wie im Werkverzeichnis von Stefania Mason Rinaldi hervorgehoben wird. Zu den verwandten Werken gehören die Pietà in der Kirche Sacro Cuore in Parre (Mason Rinaldi 1984, Kat. 209, Abb. 734) und die in Würzburg (Mason Rinaldi 1984, Kat. 613, Abb. 672), die beide mit einer ähnlichen szenischen Komposition wie unser Gemälde realisiert wurden.
Bei der Analyse der vorliegenden Leinwand wird die Hand von Palma il Giovane deutlich, nicht nur hinsichtlich der Zeichnung und der Kompositionsstruktur, sondern auch hinsichtlich des Malstils und der dichten, düsteren Atmosphäre, die sie kennzeichnet. Das Licht, das von Natur aus dämmrig ist, scheint die Figuren zu streicheln, verwandelt die Farben und verleiht dem Werk eine suggestive Qualität. Die feine und gekonnte Farbauftragung offenbart den Einfluss der Schule der Bassano, der sich in den Lasurgängen, den wertvollen Pigmenten und den schnellen Impasti zeigt, die die Draperien definieren und die Figuren verwischen.
Diese charakteristischen Züge legen eine Datierung in das zweite Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts nahe, in die Nähe anderer Werke des Künstlers, wie z. B. die Pietà im Dom von Reggio Emilia (1612) und die Beweinung aus einer venezianischen Privatsammlung (Mason Rinaldi, 1984, Kat. 569, Abb. 760).
Dem Gemälde liegen bei:
Gutachten von Prof. Ferdinando Arisi
Gutachten von Prof. Rodolfo Pallucchini
Abmessungen
cm 85,5x114
Provenienz
Privatsammlung
Bibliographie
S. Mason Rinaldi, Palma il Giovane. L'opera completa, Mailand 1984, ad vocem
S. Mason Rinaldi, Palma il Giovane 1548-1628. Disegni e dipinti, Ausstellungskatalog, Mailand 1990, S. 232-233, Nr. 101
Zustand
Mängel. Jüngste Restaurierung.