Venezianische Schule, Ende 16. Jh.
**Porträt eines Gentleman**
Öl auf Kupfer, 18 x 14,5 cm
Mit Rahmen 22 x 18 cm
Die Dal Ponte, genannt Bassano, waren eine Malerfamilie aus Bassano del Grappa, die zwischen dem Ende des 15. und Anfang des 17. Jahrhunderts im Veneto tätig war. Sie stammten von Jacopo di Berto, einem Gerber aus Gallio, der sich 1464 in Bassano in der Contrada del Ponte (daher der Nachname) niederließ. Sein Sohn Francesco il Vecchio – geboren zwischen 1470 und 1473 und gestorben 1539 – war der erste, der, wenn auch bescheiden, die Malerei ausübte. Ihm verdanken wir die Eröffnung der fleißigen Familienwerkstatt, in der zahlreiche Künstler an der Anfertigung von Leinwänden, Gonfanons und Fresken für Kirchen und Paläste sowie an Gebrauchsgegenständen (sogenannte „angewandte Kunst“) für die aufstrebende venezianische Bürgertum tätig waren. In diesem Umfeld bildeten sich seine drei Söhne Giambattista (bekannt bis 1549)[2], Gianfrancesco und Iacopo (ca. 1510-1592) aus, der zweifellos als der maßgeblichste Vertreter der Familie gilt. Von Iacopos Söhnen sind Francesco il Giovane (1549-1592), Giambattista (1553-1613) und Leandro (1557-1622) zu nennen: Letzterer spezialisierte sich auf das Porträtgenre und wurde besonders beliebt bei adeligen und bürgerlichen Auftraggebern in der zweiten Hälfte des 16. und den ersten beiden Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts: Obwohl sein Stil stark auf der Spätphase seines Vaters basiert, zeigte er insbesondere als Porträtist einen gewissen Einfluss der Produktion von Jacopo Robusti, bekannt als Tintoretto, mit einer Vorliebe für starke Umrisslinien, die sich vom Geschmack für leuchtende Farben der väterlichen Werkstatt entfernten. Zu seinen berühmtesten Werken in diesem Genre gehören das Selbstporträt in den Uffizien und das Männliche Porträt in den Gallerie dell'Accademia. Gerade auf letzteres Werk scheint der Autor dieses schönen Kupferbildes direkt zu blicken – der Mann, ein gewisser Giovanni Paolo Ventura – dessen Identität uns durch eine Inschrift am oberen rechten Rand des Gemäldes bekannt ist – trägt elegante, aber äußerst strenge Kleidung und wirft einen intensiven und durchdringenden Blick auf den Betrachter, der ein Gefühl der Autorität vermittelt. Auf der Rückseite der Platte sind ein Segelschiff und eine Figur dargestellt, die sich schwimmend von einem Schiffbruch rettet: Das Bild wird von einem lateinischen Motto begleitet, das übersetzt werden könnte: „Die Rettung kommt von Gott, die Übel aber vom Bösen.“ Wahrscheinlich könnte das Werk somit als Votivgabe eines Begünstigten, eines Paolo Ventura, der im Porträt erscheint, nach einem Schiffbruch betrachtet werden, von dem er sich nach göttlicher Gnade rettete.
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