Vittorio Cajani (Turin, 1890 – Paris, 1940)
Das weiße Pferd, 1913
Tempera auf Karton, 90 x 68 cm
Mit Rahmen, 102 x 79 cm
Signiert und datiert unten links: V.Cajani / 913
Vittorio Cajani war ein piemontesischer Maler und geschätzter Illustrator, geboren 1890 in Turin. Obwohl sein Leben vorzeitig im Alter von nur fünfzig Jahren endete, fügt sich seine künstlerische Produktion in das italienische Panorama des frühen 20. Jahrhunderts ein und zeichnet sich durch eine Vorliebe für Genrebilder und Darstellungen des Alltags aus, wobei er oft Einblicke in das soziale Leben und das Bürgertum der damaligen Zeit einfängt, mit besonderem Augenmerk auf Galanterieszenen oder, in anderen Fällen, auf populäre Motive und Darstellungen von Pferden. Obwohl noch wenig über seine Lebensgeschichte bekannt ist, stellte Cajani im Laufe seiner Karriere seine Fähigkeiten unter Beweis, indem er an wichtigen Ausstellungen in Italien teilnahm. Insbesondere ist seine Teilnahme im Jahr 1925 an der Nationalen Kunstausstellung in Brera in Mailand verzeichnet, wo er ein Aquarell mit dem Titel Mazeppa ausstellte. In einer nicht näher bestimmten Zeit seines Lebens beschloss der Künstler, in die Hauptstadt Frankreichs umzuziehen. Paris wurde seine neue Stadt und das Umfeld, in dem er seine künstlerische Tätigkeit fortsetzte, und folgte damit einem gemeinsamen Weg vieler italienischer Künstler, die im Ausland, insbesondere in einer Stadt, die damals als Wiege der Avantgarde und der modernen Kunst galt, Inspiration und Glück suchten.
Sein Leben endete in Paris im Jahr 1940, einem Jahr, das von der deutschen Besetzung der Stadt geprägt war. Trotz der wenigen detaillierten Nachrichten über seine Ausbildung und seinen stilistischen Werdegang zeugen seine erhaltenen Werke von seiner Fähigkeit, Szenen und Figuren seiner Zeit unmittelbar und präzise darzustellen. Cajanis Interesse an der Welt der Pferde, insbesondere, und den damit verbundenen Szenen ist ein charakteristisches Element seiner Produktion, das durch bedeutende Werke wie Aufrichtige Freundschaft, heute im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Varese aufbewahrt, oder Al lazo, in einer Privatsammlung, belegt wird. In seinen Werken, wie dem vorliegenden, signiert und datiert auf 1913, offenbart er einen realistischen und materiellen malerischen Ansatz, der typisch für seine Zeit ist: Der Pinselstrich wird nicht verwischt, sondern ist deutlich und vollendet, gekennzeichnet durch schnelle, nebeneinanderliegende Züge, die zu einem Gefühl von Konkretheit und Greifbarkeit beitragen; das Licht wird hier eingesetzt, um die Körper zu modellieren und ihre Anatomie hervorzuheben, die mit extremer Sorgfalt und Natürlichkeit wiedergegeben wird. Durch diese kräftige und realistische Technik gelingt es Cajani, nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Pferdes zu erfassen, sondern auch seine Energie und seine lebenswichtige Rolle anzudeuten.
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