Diese Ikone der Gottesmutter von Wladimir, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts in der Region Moskau entstanden ist, ist ein erhabenes Beispiel russischer Sakralkunst, in der Spiritualität, Schönheit und Technik harmonisch verschmelzen.
Das Antlitz der Jungfrau wird in einer der innigsten und ikonischsten Gesten der orthodoxen Ikonographie dargestellt: Wange an Wange mit dem Jesuskind. Diese Darstellung, genannt Eleousa oder „Mutter der Zärtlichkeit“, drückt mütterliches Mitgefühl und die tiefe Verbindung zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen aus. Das Kind blickt lebhaft zum Antlitz der Mutter, in einer liebevollen und dynamischen Geste, die im Kontrast zur feierlichen Gelassenheit der Figuren steht.
Die Komposition wird durch die prächtige Riza aus getriebenem und ziselierem Metall, verziert mit einer goldenen Krone mit polychromen Applikationen, zusätzlich aufgewertet. Die fein ausgeführten floralen und geometrischen Details der Riza schützen und schmücken das gemalte Bild, ganz nach russischer Tradition. Die Verarbeitung zeugt von der Geschicklichkeit der moskauer Goldschmiede des 19. Jahrhunderts.
Der Hintergrund ist aufgrund der Verkleidung nicht sichtbar und wird idealerweise durch die von der Riza reflektierte Helligkeit ersetzt, die dem Werk eine mystische und feierliche Ausstrahlung verleiht. Die Riza hat nicht nur einen ästhetischen Wert, sondern unterstreicht auch die Heiligkeit der dargestellten Figur.