Francois Reynaud (Marseille 1825 – Paris 1909), „Nach der Vorstellung“, zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Öl auf Leinwand.
H. 130 x 87 cm.
Unten links signiert „F. Reynaud“
Das Gemälde zeigt einen jungen Mann in Zirkuskleidung. Der Junge ist nach der Vorstellung dargestellt, während er unter einem grünen Zelt ausruht; sein Körper sinkt in einer verdrehten Pose zusammen, sein Blick ist müde. Der Trommler wird bei seiner Nummer von einem kleinen, bräunlichen Primaten begleitet, wahrscheinlich einem Klammeraffen, der bei seinem Laut dargestellt ist.
Das Werk bietet uns ein Beispiel für Reynauds Studien über das Licht: Das Halbdunkel der Szene erlaubt es ihm, ein streifendes, natürliches Licht einzufügen, das die Figuren streifend beleuchtet.
BIOGRAFIE
François Reynaud wurde 1825 in Marseille geboren. An der Kunstschule seiner Stadt wird er zuerst Schüler von Augustin Aubert und dann von Emile Loubon, der für seine provenzalischen Landschaften bekannt ist.
1848 debütiert er im Salon, an dem er auch in den folgenden Jahren teilnimmt. Er wird mit einer Bronzemedaille auf der Weltausstellung von 1889 ausgezeichnet.
Während seiner Karriere beweist Reynaud eine starke Vielseitigkeit, sowohl was die Sujets als auch die Verwendung von Licht und Farbe betrifft. Neben der poetischen Wiedergabe der Landschaft, die er unter der Anleitung von Loubon brillant erlernt hat, widmet er sich einem raffinierten Studium der Psyche seiner Figuren. Die Vorliebe für ländliche und folkloristische Sujets zeichnet ihn als einen Künstler mit einem fast demologischen Blick aus, in der Mitte zwischen Realismus und Romantik.
Er stirbt 1909 in Paris.
E. Bénézit, Dictionnaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs. III. L-Z, S. 599