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Exclusive

Werkstatt der Patanazzi (16.-17. Jh.) Leda mit dem Schwan

Codice: 425923
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Epoche: 16. Jh.
Kategorie: Fayencen
Aussteller
AliceFineArt
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Piazza Tre Martiri, 2, Rimini (RN (Rimini)), Italien
Paolo +39 335424463 | Anna +39 3333290299
https://www.anticoantico.com/espositori/gallery.asp?idantiquario=1098&lingua=ted
Werkstatt der Patanazzi (16.-17. Jh.) Leda mit dem Schwan  Übersetzt
Beschreibung:
Werkstatt der Patanazzi (tätig im 16.-17. Jahrhundert) Maiolica, Seitenlänge der Basis 12 x 16 cm, Gesamthöhe 19 cm HERKUNFT: Galleria Nella Longari Mailand, Sammlung Barbara Johnson, Auktion Christie's, 29. September 2006, New York, Los 187, Privatsammlung, Bologna Eintrag von Carmen Ravanelli Guidotti Die vollständig modellierte und farbenprächtig bemalte Komposition stellt den Mythos von Leda dar (Ovid, Met., VI, 108 ff.) in dem Moment, in dem die junge Frau, Frau des Tyndareos, König von Sparta, sich mit Zeus in Gestalt eines Schwans vereint. Leda, nackt und halb liegend, ruht ihren Körper auf einem Tuch und ihre linke Hand auf einem geöffneten Ei, aus dem die Büste eines Kindes (Castor oder Pollux) ragt, eines der Kinder, die aus dieser Vereinigung hervorgehen werden. Die Komposition ruht außerdem auf einer rechteckigen Basis mit abgerundetem und als Fransen bemaltem Rand. Die Ikonographie dieses wertvollen plastischen Werks, dessen wachsartige Emaillequalität dem Modell, insbesondere im Körper von Leda, eine zarte Weichheit verleiht, erinnert stark an die grafische Version von Marcantonio Raimondis Leda mit dem Schwan. Sie war im urbinischen Majolika-Umfeld so bekannt und verbreitet, dass sie in der „Historiengemälde“ weitgehend nachgezeichnet wurde, insbesondere von Francesco Xanto Avelli während des gesamten dritten Jahrzehnts des 16. Jahrhunderts, wie beispielsweise eine Version von 1537 im Museo Civico von Bologna belegt. Dasselbe Bologneser Museum bewahrt auch eine plastische Leda, die dieser sehr ähnlich ist, jedoch mit ovaler Basis. Noch interessanter ist eine zweite Version, die in der Wallace Collection in London zu bewundern ist. Sie ist nicht nur mit einer Basis versehen, die zudem rechteckig ist wie die hier untersuchte, sondern sie ist vollständig mit ihrer Kasten-Tintenfass-Utensilienbox mit Sphinxen und Schriftrollen im typisch prunkvollen Stil der Werke der Patanazzi von Urbino aus dem späten 16. Jahrhundert erhalten geblieben. Seine Vollständigkeit macht deutlich, dass es sich im vorliegenden Fall und in dem in Bologna um das Fastigium handelt, das die Spitze von Skulpturen-Tintenfässern bildet, echten Schreibtischsets, die aus einem Grundkasten bestehen, der manchmal sogar mit kleinen Utensilienfächern ausgestattet ist und oft an der Basis mit Reliefmodelldetails angereichert ist, die aus einem riesigen Matrizenrepertoire stammen und gleichzeitig auf demselben Objekt oder auf mehreren plastischen Kompositionen dekorative ergänzende Elemente von symbolisch-dekorativem Charakter vervielfältigen, sowohl sakraler als auch profaner Natur: Putten, Harpyien, Sphinxen, Cherubinen, monströse Figuren, Maskarone. Diese wurden von den Modelleuren der Urbino-Werkstatt der Patanazzi ab 1580 so zwanglos austauschbar angebracht, dass diese plastischen Gruppen zu kuriosen Anthologien der spätmanieristischen Kleinskulptur wurden, die in Bronzeformen bekannt ist, weil sie vor allem Becken oder Kohlenbecken, Fackeln, Salieren, Erfrischungen, Guattatoi, gerade Tintenfässer und Triumphe für Tische verschiedener Art herstellten. Das mythische Sujet dieser Komposition bereichert zudem den Katalog der profanen Themen anderer Plastiken, die von derselben bekannten Werkstatt in Urbino hergestellt wurden (Orpheus, Apollo usw.). Unter diesen, zumeist ohne Datum, ist aus chronologischen Gründen immer diejenige für Kardinal Baronio in den Sammlungen des Museums von Faenza zu erwähnen, deren Datierung sich aus dem Wappen des gelehrten Prälaten ableiten lässt, das von einem Kind ausgestellt wird und das, da es dem päpstlichen Wappen untergeordnet ist, mit der Wahl des einflussreichen Mannes zur römischen Purpurfarbe am 5. Juni 1596 in Verbindung gebracht werden muss. Neben dem Baronio-Tintenfass sind vor allem zwei ähnliche Patanazzi-Kompositionen des Metropolitan Museum in New York von 1584 und die Basis eines Tintenfasses mit plastischen Figuren von Dichtern an den Seiten hervorzuheben, die die Signatur „Vrbini Patana(zzi)/fecit anno 1584“ tragen und sich einst in der Sammlung D'Azeglio, später Delange, befanden. Abschließend sei daran erinnert, dass diese plastischen Kompositionen nicht nur für einen bestimmten Zweck konzipiert wurden, sondern auch einen privaten Charakter hatten, d. h. ausschließlich für den Gebrauch durch diejenigen bestimmt waren, die sie in Auftrag gegeben oder als Geschenk erhalten hatten.  Übersetzt