Eberhard Keilhau (Helsingør 1624 - Rom 1687)
Kopf eines Jungen
Öl auf Leinwand, 42,5 x 33 cm
Beschreibung von Massimo Pulini
Das kleine Gemälde ist mit schnellen, sicheren und liebevollen Pinselstrichen ausgeführt, die mit wenig Material die dem Licht ausgesetzten Teile des Gesichts eines Jungen skizzieren und der rötlichen Grundierung die Aufgabe überlassen, die Zwischentöne der Schatten zu intonieren, die nur mit einigen braunen Markierungen verstärkt werden, die ihren Höhepunkt in den Augen finden. Diese ausdrucksstarke Kopfstudie beschränkt sich also auf wenige Pinselstriche, die ein breitkrempiger Hut in die pauperistische Gattung der Barockzeit überführt. Wäre dieser Hinweis auf das Kostüm nicht, hätte man es für eine unvollendete Skizze von Simone Cantarini halten können, so ähnlich ist der ungestüme und flüchtige Ansatz, den die alten Chronisten als "sparsam" bezeichneten. Die Sparsamkeit liegt jedoch nur im chromatischen Material, großzügig hingegen ist das Gefühl und die vibrierende, fast augenblickliche Wiedergabe des Jungen, und die Malerei scheint seine Gedanken erfasst zu haben.
Nur wenigen und scharfsinnigen Künstlern ist es gelungen, eine solche Dichte der Seele in so minimalen formalen Entscheidungen zu verdichten, und alle entfalteten Elemente, von der warmen Farbgebung über den lebhaften Ausdruck, vom armen Thema bis zum schnellen Strich, laufen auf eine präzise künstlerische Persönlichkeit hinaus, nämlich die des Dänen Eberhard Keilhau, der während seines dreißigjährigen Aufenthalts in Italien Monsù Bernardo genannt wurde.