Anfang des 19. Jahrhunderts
Ikone der Geburt der Mutter Gottes
Tempera auf Tafel, 54 x 45 cm
Die vorliegende Ikone verdichtet verschiedene Szenen der Geschichte der Jungfrau, deren Darstellung innerhalb des kompositorischen Raums jedoch keiner präzisen, sozusagen chronologischen und aufeinanderfolgenden Reihenfolge folgt. Tatsächlich wird der Mittelpunkt der Ikone durch die Gruppe mit der heiligen Anna, dem heiligen Joachim (deren Namen in den goldenen Nimben eingeschrieben sind) und der neugeborenen Jungfrau in Windeln dargestellt, die in einem monumentalen klassizistischen Gebäude angeordnet sind. Unterhalb der Hauptszene sind stattdessen die Verkündigung des Erzengels Gabriel an die heilige Anna und die Geburt der Jungfrau in einer einzigen Szene zusammengefasst. Wir sehen die heilige Anna sitzend mit der sitzenden Jungfrau auf dem Schoß und vor ihnen den verkündenden Engel. Außerhalb des Gebäudes, das wahrscheinlich als Tempel identifiziert werden kann, wird der Erzengel erneut dargestellt, vielleicht während er ein Gelübde im Tempel ablegt. Auch Anna und Joachim werden mehrmals dargestellt: Außerhalb des Tempels im unteren Bereich, vereint in einer glücklichen Umarmung nach der Nachricht von der wundersamen Schwangerschaft; sie erscheinen aber auch im oberen Teil der Tafel, der eine links, der andere rechts, kniend, um Gott in Anerkennung vor zwei segnenden Engeln anzubeten, die aus schweren dunklen Wolken auftauchen, die die goldene Mondsichel umgeben, in der Gott Vater der Segnende dargestellt ist.
In den Uffizien in Florenz befindet sich eine Ikone, die die Geburt der Mutter Gottes darstellt und in Russland gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Auch auf der Ikone in den Uffizien befindet sich oben Gott Vater, und die verschiedenen Szenen sind in einem großen und gegliederten Gebäude angeordnet. Verwandte Vergleiche lassen sich in der Ikone mit demselben Thema im Nationalmuseum der Kartause von Calci finden, aber auch in den Ikonen, die im Antiquitätenhandel kursieren.