Kreis um Pietro Neri Scacciati (Florenz, 1684-1749)
Stillleben mit Hof und Geflügel
Öl auf Leinwand, cm 77,5 x 113
Mit Rahmen cm 98 x 123,5
Die zentralitalienische Malschule entwickelte ab dem 16. Jahrhundert eine besondere Vorliebe für eine aufrichtige Stilllebenmalerei, die mit lebendiger Vitalität und naturalistischem Virtuosentum jene Motive untersuchte, die traditionell in das zeichnerische Repertoire aufgenommen wurden; Stillleben von Tieren arrangierten so vorzugsweise Kreaturen aus dem Unterholz, dem Hof und der Pastoral. Die fieberhaft taktile Verarbeitung des Malmaterials hatte eine immer größere Vorliebe für die Ausrichtung auf die damals aus den flämischen Ländern kommenden Tendenzen gefördert, die, abgestimmt auf van-Dycksche Anregungen, vor allem in der Stadt Genua auf fruchtbaren Boden stießen.
Das vorliegende Gemälde präsentiert sich als eine glückliche ornithologische Klammer, die symptomatisch für den geschickten Perfektionismus des Künstlers bei der spezifischen Darstellung jedes Tieres ist. Eine subtile Pigmentierung umreißt mit feinen Lichtern die einzelnen Federn des Geflügels, die durch ein außergewöhnlich glänzendes und lebendiges Auge belebt werden. Neben dem Haushahn in der Mitte der Komposition, dessen Rasse im "Livorno collo d'oro" erkennbar ist, der mit flammenden Kehllappen und einem Kamm des sogenannten Nelkentyps ausgestattet ist, ist es möglich, eine Stockente zu unterscheiden - in der Ente mit dem dunkelgrünen Kopf mit weißem Halsband, sowie gewöhnliche Hühner, ein schwarzes Paduanerhuhn in dem Exemplar mit üppiger weiß gefleckter Haube auf dem Kopf und Moschusfedern, und auch Tauben verschiedener Subtypen auf der rechten Seite des Gemäldes.
Typologische und gestalterische Übereinstimmungen erlauben es, den vorliegenden Künstler dem Kreis von Pietro Neri Scacciati anzunähern. Pietro, der Sohn des Blumenmalers Andrea, spezialisierte sich auf das Porträt von Tieren; seine Stillleben, die kürzlich Gegenstand eingehender Studien von Simari waren, entwickelten akademisch die Gemälde von Bartolomeo Bimbi, einem weiteren bekannten Tiermaler. Scacciati verstand es, die wissenschaftliche Schärfe, mit der er die Tiere porträtierte, die er entweder wahrheitsgetreu von Lebenden oder, bei seltenen Arten, von präparierten Tieren nahm, mit einer anmutigen dekorativen Zielsetzung zu verbinden. Diese Gleichzeitigkeit der Absichten ist auch in dem vorliegenden Gemälde zu erkennen, in dem außerdem der typische pyramidenförmige Berg im Hintergrund zu sehen ist, der für Scacciati eine Signatur für das Bild darstellte. Vergleichen Sie insbesondere das vorliegende Gemälde mit Hofvögeln und Papagei in einer Landschaft (Museum der Stillleben der Villa Medicea von Poggio a Caiano) von Scacciati, mit deutlichen figürlichen Anklängen. Das vorgenannte Gemälde, das als Pendant konzipiert war, wurde Scacciati höchstwahrscheinlich von Großherzog Gian Gastone selbst in Auftrag gegeben, nachdem eine Bestellung durch Anna Maria Luisa de' Medici aus dokumentarischen Gründen ausgeschlossen wurde. Betrachten Sie auch Vögel in einer Landschaft mit Brunnen aus derselben Sammlung, ebenfalls von Scacciati ausgeführt, von gleicher kompositorischer Luftigkeit wie das vorliegende.
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