Plastische Gruppe von bemerkenswerter Qualität und Sinn für Bewegung, dank der geschickten Hand des deutschen Künstlers Emil Sutor. Es handelt sich um ein Hoch- und Flachrelief mit Teilen, die "vollständig freistehend" sind. Der Autor, wie aus der Biografie hervorgeht, war einer der bedeutendsten Bildhauer des germanischen 20. Jahrhunderts. Eklektisch und singulär in der Suche nach den zu illustrierenden Sujets, wechselte er von kirchlichen Darstellungen (Muttergottes in Europa für die Fassade der Frauenfriedenskirche 1928) zu heroischen Szenen der Nazi-Rhetorik, bis hin zur feinen Darstellung des Rehkitzes "Bambi" (*siehe Biografie), die gegen Ende seiner Karriere und seines Lebens entstand. Ein "vollständiger" Künstler also, der auch die sakrale Kunst qualitativ hochwertig praktizierte. Seine Werke, insbesondere die signierten und datierten wie dieses, sind von absolutem Wert.
Das Keramikpaneel, von einem Holzrahmen umschlossen, befindet sich in gutem Erhaltungszustand und zeigt eine ausgezeichnete Plastizität und Beherrschung der Bildhauertechnik.
Deutschland - 1941
Maße: Höhe cm. 78 Höhe cm. 60 Tiefe cm. 16
BIOGRAFIE:
Emil Sutor (geboren am 19. Juni 1888 in Offenburg - gestorben am 13. August 1974 in Karlsruhe) war ein deutscher Bildhauer. Er absolvierte eine Lehre in der Bildhauerwerkstatt Simmler & Venator in Offenburg und besuchte von 1907 bis 1909 die Kunstakademie Karlsruhe als Schüler von Hermann Volz, danach die Kunstakademie in Dresden, um bei Georg Wrba zu studieren und seine Studien unter anderem durch spätere Aufenthalte in Leipzig, München und Paris zu vertiefen.
Ab 1919 hatte er sein Atelier in Karlsruhe. Von 1925 bis 1936 arbeitete er in der Staatlichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe. Aus dieser Zusammenarbeit resultieren auch seine zahlreichen, meist kirchlichen Aufträge an vielen Kultstätten. 1928 schuf er die damals grösste freistehende Mosaikstatue der Muttergottes Europas für die Fassade der Frauenfriedenskirche des Architekten Hans Herkommer in Frankfurt-Bockenheim. Er war ein vielseitiger Künstler und verwendete verschiedene Materialien wie Keramik, Marmor und Holz. Bei einem Kunstwettbewerb im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 1936 gewann er eine Goldmedaille im Skulpturwettbewerb in der Kategorie Reliefs für die Reliefs "Hürdenläufer" (heute im Museum von Tokio) und "Hockeyspieler".
1937 wurde Emil Sutor Mitglied der NSDAP. Kirchenkunst war in den Hitlerjahren nicht gefragt, und Sutor arbeitete lange für die Nationalsozialisten. Er schuf Helden- und Kriegerdenkmäler und andere heroisierende Skulpturen wie die "Germanische Familie". Er entwarf eines seiner monumentalen SA-Denkmäler für die Stadt Singen.
In den Jahren 1939, 1940, 1941, 1942 und 1944 war Sutor mit zwölf Werken auf der Grossen Deutschen Kunstausstellung in München vertreten. Von diesen erwarb die NSDAP-Kreisleitung Köln-Aachen 1940 die Gruppe "Mutter" und die Reichsjugendführung 1942 das Relief "Europa".
Nach dem Ende des Krieges im Jahr 1948 suchte Emil Sutor einen Neuanfang mit einer Rückkehr zur kirchlichen Kunst.
1958 modellierte Emil Sutor auf besonderen Wunsch des Inhabers der Zeitschrift "Burda", Franz Burda, für den Offenburger Burda-Verlag eine Version des Rehs Bambi (*), des bekannten deutschen Medienpreises. Die Skulptur Bambi wurde in Bronze gegossen und vergoldet. Bis 1999 blieb das von Sutor entworfene Modell unverändert. Der Bambi ist ein wichtiger Medien- und Fernsehpreis, der jährlich vom deutschen Medienunternehmen Hubert Burda Media verliehen wird. Der Bambi wurde auch an Sophia Loren und Giorgio Armani verliehen. Bis kurz vor seinem Tod nahm Emil Sutor zahlreiche öffentliche Aufträge wahr.