16. Jahrhundert
Christus wird mit der Madonna und zwei Engeln abgenommen
Bronze, 16 x 11 cm
Innerhalb eines eleganten Rahmens, der mit Engeln verziert und von der Figur des segnenden Gottesvaters dominiert wird, ist der blutleere Körper Christi dargestellt, der von einem Paar Engeln und der Jungfrau Maria gestützt wird. Das Thema des toten Christus, der von Engeln gehalten wird, war in der Renaissance-Malerei weit verbreitet: Obwohl es Elemente aus anderen Ikonografien aufgreift, handelt es sich weder um eine echte Beweinung noch um eine Kreuzabnahme, sondern um ein Sujet, das eine wesentliche Autonomie offenbart. Zu dem Engelpaar gesellt sich in diesem Fall auch die Figur Marias, die verzweifelt und untröstlich das letzte Mal ihren toten Sohn auf dem Schoß hält und damit an die Ikonographie der Pietà erinnert. Pathos, Mitgefühl, Schmerz und Rührung sind Zustände der menschlichen Seele, die in der Darstellung voll zum Ausdruck kommen und nach einem pyramidalen Schema aufgebaut sind. Die Meisterschaft des Künstlers bei der Ausführung der schmerzenden Figuren, insbesondere bei der Definition des nackten und wehrlosen Körpers Christi und des Gewandes Marias, ist beeindruckend. Das gleiche Sujet und die gleiche Anordnung des Werkes finden sich in einer Kohlezeichnung, die Michelangelo Buonarroti (Caprese 1475 - Rom, 1564) um 1546 für die Adlige und Dichterin Vittoria Colonna anfertigte. Die Zeichnung, die heute in Boston im Isabella Stewart Gardner Museum aufbewahrt wird, erfreute sich großer Beliebtheit, so dass einige Schüler und Anhänger Michelangelos verschiedene Kopien und Überarbeitungen des Sujets anfertigten. In diesem Zusammenhang sei auf das Werk "Christus wird mit der Madonna und zwei Engeln abgenommen" von Marcello Venusti (Mazzo di Valtellina, 1510 - Rom, 1579) verwiesen, das heute in der Galleria Borghese aufbewahrt wird, oder auf "La Pietà" von El Greco (Candia, 1541 - Toledo, 1614), das zwischen 1571 und 1576 während seines Aufenthalts in Rom entstand und im Museum of Art in Philadelphia aufbewahrt wird.
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