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Alfred Schmidt (1876 – 1956) – Porträt der Konzertsängerin Caroline Naase
COD: QR08
Öl auf Leinwand um 1920
cm 60 x 47 – ohne Rahmen
cm 78 x 65 – einschließlich Rahmen
Signiert in der Bildmitte rechts: Alf Schmidt.
Alfred Schmidt
1876 Dresden – 1956 Gräfelfing
Ein Impressionist am Chiemsee
Weibliche Wesen, die in flirrender Luft wandeln […]”(1), die ihr Wohlgefallen an den warmen, goldenen Tönen des Sommers und an der silbergrau glitzernden Wasseroberfläche des Sees finden, entsprechen dem charakteristischen Motiv des gebürtigen Schmidts. Unweigerlich drängt sich der Impressionist Christian Landenberger (1862-1927) auf, mit dem Schmidt befreundet war und der am Ammersee Leinwand um Leinwand bemalte, doch “weicher, süßer und erzählerischer, weil [Schmidt] oft noch ausdehnt, dass Natur und menschlicher Körper zu einem kleinen Genereidyll verschmelzen”.
Seine Kunst ist ein Bekenntnis zur Freiluftmalerei. Er legt offen seinen impressionistischen Elan an den Tag. Die ursprünglich anekdotischen Züge seiner Malerei, die er von 1886 bis 1893 an der Akademie Karlsruhe erfahren hatte, legt er sowohl durch den einjährigen Studienaufenthalt 1889 in Paris und der Bretagne als auch durch den Einfluss Landenbergers und der schwäbischen Landschaftsmalerei nach und nach ab. Fortan ist die künstlerische Entwicklung kaum mehr wahrzunehmen. Er hatte seinen persönlichen Stil gefunden und hielt daran fest.
Ende 1899 kam Schmidt im Gefolge von Leopold Graf von Kalckreuth (1855-1922), der mit Carlos Grethe (1864-1913) und Robert Poetzelberger (1856-1930) an die Stuttgarter Akademie berufen wurde, aus Karlsruhe in die schwäbische Hauptstadt. Mit diesen gründete er dort den Stuttgarter Künstlerbund, dem er 40 Jahre lang angehörte, auch seine private Malerschule für Damen, bis er 1918 als ordentlicher Professor an die Staatliche Kunstakademie berufen wurde. In den Sommermonaten zog es Schmidt aufs Land. Zunächst malte er in Diessen am Ammersee. Ab 1920 entdeckte er den Chiemsee und richtete sich auf einem Bauernhof bei Gollenshausen ein. In seiner späten Schaffensphase rückte das bayerische Meer immer stärker in den Mittelpunkt seines künstlerischen Wirkens. Er besaß als einer der ersten einen Außenbordmotor, mit dem er über den See knatterte. Er war auch als “Veilchen-Schmidt” bekannt, weil er sein Gespür für das Farbigwerden der Landschaft in einem violettbläulichen Ton so treffend zum Ausdruck brachte. So flossen Sommerluft, Wasserspiegelungen, der bewölkte Himmel und das figurative Motiv in einem harmonischen impressionistischen Farbenreigen zu einer konzentrierten Atmosphäre zusammen, wie sie der Chiemsee so vielfältig zu inszenieren vermag.
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