Paar seltener polychromer Vitrinen aus Tanne mit Säulen aus Nussbaum, die teilweise mit Blattgold vergoldet sind.
Die Innenräume der beiden Möbel sind mit purpurrotem Seidendamast bezogen, der sicherlich mindestens aus dem 18. Jahrhundert stammt, und werden durch mundgeblasene Gläser ergänzt.
Das Haus, aus dem sie stammen, gehört einer adligen Familie von langer Abstammung.
Um 1880, nach der Geburt des zweiten Sohnes, wurden diese spektakulären Möbel höchstwahrscheinlich in Auftrag gegeben, um die Freuden der Kindheit der beiden Söhne zu feiern, sowohl mit den Szenen der oberen Reliefpaneele als auch mit jedem dekorativen Element, das in diesen ungewöhnlichen Kunstobjekten vorhanden ist.
Die Möbel sind mit Holzschnitzereien verziert und weichen, abgesehen von ihrem reichen Dekor, von den stilistischen Schemata der Zeit ab.
So finden sich feinste Ornamente, die von Karyatiden getragene Triumphzüge darstellen, welche auf jeder Seite eine Amphore tragen, aus der sich Ranken mit Akanthus- und Efeublättern entwickeln, zusammen mit Vögeln, Blumen, Schnecken und Schmetterlingen, bis hin zu einer weiteren Vase mit goldenen Ähren, Symbol des Wohlstands, und einem Kinderkopf, Symbol der Liebe.
Im unteren Teil befinden sich zwei Sphinxen und in der Mitte ein Kaiserkopf, um die elterliche Autorität, das institutionelle Prestige und die Sphinxen zum Schutz der Nachkommen zu betonen, die oft in der Romantik und dann im Symbolismus verwendet wurden.
Die beiden Hochreliefpaneele, die sich oben befinden, stellen die jungen Kinder in zwei spielerischen Momenten dar, wie z. B. Blindekuh und die bukolische Szene, in der ein Kind zusammen mit anderen Kindern auf der Schaukel schaukelt; das Ganze ist in einen ländlichen Kontext mit Bäumen und Sträuchern eingebettet, die mit Polychromie und Vergoldung gestaltet sind.
Man könnte meinen, dass die Überreste der romantischen Kultur, voll von Idealen und Leidenschaften, die Kinder in ein Klima des Traums, des Idealismus, der ästhetischen Sensibilität, der Poesie und der sentimentalen Hingabe eintauchen.
Einige Fehlstellen an Lack, Vergoldung und Schnitzereien.
Unten links ist ein winziger Streifen zu sehen, der vor Jahren durch einen anderen in Fliederfarbe ersetzt wurde.
In einem unteren Paneel wurde nachträglich ein Geheimfach angebracht.
Lombardei, letztes Viertel des 19. Jahrhunderts.
Maße: H. 275 cm, B. 122 cm x T. 43 cm