Lazzaro Baldi
Pistoia 1624 - Rom 1703
Die Taufe der Massen
Öl auf Leinwand, 82,5 x 132,5 cm
Lazzaro Baldi, ein Künstler, der sich fast ausschließlich den großen Flächen von Altarbildern (und Fresken) widmete, ist nur sehr selten im kleinen Format anzutreffen. Und wenn wir bedenken, dass das, was wir von ihm im Kleinen besitzen, größtenteils aus vorbereitenden Modellen für Altarbilder oder Heiligsprechungsbilder besteht (eine Gattung, der sich der Maler mit besonderer Hingabe widmete), dann gewinnt das Auftreten eines 'autonomen' Zimmerbildes, wie es bei dieser Gelegenheit ausgestellt wird, noch dazu von ausgezeichneter Qualität, eine nicht zu unterschätzende Bedeutung.
Sicherlich fügt die neue Nummer dem Spektrum der vom Maler frequentierten Themen, die sich, wenn nicht in Ausnahmefällen (1), davor hüteten, die robusten Ufer des heiligen Genres zu überschreiten, wenig hinzu. Dies ist, wie man leicht verstehen kann, eine Folge seiner lebhaften religiösen Neigungen: Die Quellen sind sich in der Bezeugung des frommen Geistes des Künstlers einig.
Die schönen malerischen Qualitäten sind es jedoch vor allem, die den neuen Kauf auszeichnen: die Dicke des Materials, die Sicherheit des Strichs. Die entschieden 'farbige' Intonation, die noch weitgehend der Reife des Berrettini verpflichtet ist (ein nie verleugnetes Fundament des Ausdrucks des Pistoiesen), platziert unser Gemälde in der Zeit vor jener auffälligen Stilwende, die sich im Laufe des siebten Jahrzehnts herausbildet und sich in einer allgemeinen chromatischen Wendung - und Absenkung - äußert (2).
Die solide, sehr präzise Gliederung der Figuren um den Dreh- und Angelpunkt eines übervollen Täufers, der in einem fast neoklassizistischen Kontrapost dargestellt wird, bezeugt ferner Baldis Neigung zu einer gemessenen Ausführung, die Exzesse an kompositorischer Lebhaftigkeit vermeidet. Dieses Merkmal kennzeichnet den Maler in der Gruppe der Cortoneschi der zweiten Generation, und man könnte ihn durchaus als klassizistisch bezeichnen.
Eine Datierung um die Mitte der 1660er Jahre, also in der Nähe des wunderschönen Altarbildes mit der Ruhe auf der Flucht nach Ägypten in der Pistoieser Kirche Madonna dell'Umiltà, scheint am besten zu unserem Gemälde zu passen.
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