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19. Jahrhundert, Kleiner Elfenbeinkrug (Tankard)

Codice: 458590
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Epoche: 19. Jh.
Kategorie: Verschiedenes
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
19. Jahrhundert, Kleiner Elfenbeinkrug (Tankard) 
Beschreibung:
19. Jahrhundert Kleiner Elfenbeinkrug (Tankard) Geschnitztes Elfenbein, Silbermontierung mit vergoldetem Innenraum, Smaragden, Rubinen und Perle H. 10,8 cm Das universelle Dekorationskunst des 19. Jahrhunderts hat sich oft an den Glanz des Barock und der Renaissance als unerschöpfliches Repertoire der Wunder gewandt und dessen Opulenz durch Artefakte von außergewöhnlichem technischen und handwerklichen Können übersetzt. Ein feines Beispiel dafür ist dieser kleine Elfenbeinkrug oder Tankard, ein Ausstellungsstück und Sammlerstück, das auf etwas mehr als zehn Zentimetern Höhe eine beeindruckende materielle und formale Reichhaltigkeit vereint. Der zylindrische Korpus aus geschnitztem Elfenbein harmoniert mit einer prächtigen Silberfassung, die innen mit einer warmen Vergoldung verziert ist und außen mit einer Fülle von Edelsteinen geschmückt ist. Fein gefasste Smaragde zieren den profilierten Sockel und die Voluten des Griffs, während Rubine und Perlen den gewölbten Deckel zieren, der mit einem skulpturalen Volle-Figur-Knauf abschließt, der eine große barocke Perle hält, was die typisch eklektische Berufung des Objekts unterstreicht. Das Werk erhebt sich durch eine plastische Erzählung, die die gesamte zylindrische Wand umläuft und eine entscheidende Episode der klassischen epischen Literatur aus dem neunzehnten Buch der Odyssee enthüllt. Es handelt sich um die bewegende und angespannte Szene, in der die Füße des Odysseus gewaschen werden, der unter der Verkleidung eines alten Bettlers nach Ithaka zurückgekehrt ist. Auf ausdrücklichen Befehl von Penelope wird die treue und alteonce Eurykleia beauftragt, den unbekannten Gast zu empfangen und ihm die Füße zu waschen, eine rituelle Geste der Gastfreundschaft, die zum Moment der geheimen Wiedererkennung wird, als die Frau eine Narbe am Knie des Helden entdeckt, die er als junger Mann von einem Keiler am Parnass erlitten hatte. Die komplexe Reliefkomposition entwickelt sich mit erzählerischer Kontinuität und großem theatralischem Sinn. Im Zentrum der Erzählung finden wir tatsächlich keine bereits sitzende Figur, sondern einen leeren gepolsterten Hocker, den genauen Sitz, der zur Aufnahme des Helden bestimmt ist. Hinter diesem Sitz steht eine deutlich aufrechte Frauenfigur, wahrscheinlich Königin Penelope selbst oder Eurykleia, die mit einer zeremoniellen und eleganten Handbewegung die Vorbereitungen überwacht, fast als wollte sie den Raum anzeigen, der für den zu ehrenden Gast bestimmt ist. Vor dem Hocker kniet, bereit, dem königlichen Befehl Folge zu leisten, die Figur der Dienerin, die sich ganz nach unten beugt, wo das Becken für das rituelle Bad steht. Odysseus steht feierlich, verborgen durch einen dichten Bart und schlichte Kleidung, und behält eine wachsame Haltung bei, um zu verhindern, dass sein Geheimnis vorzeitig enthüllt wird. An seiner Seite bewegen sich Begleitfiguren, unter denen die Figur eines jungen Mannes auffällt, identifizierbar als sein Sohn Telemach, der als Eskorte und Wächter seines Vaters in seinem nun von den Freiern überrannten Haus fungiert. Der Elfenbeinkünstler ordnet den Raum an, indem er geschickt Hoch- und Flachrelief kombiniert und einen architektonischen Hintergrund aus Gitterwerk und belaubten Bäumen definiert, die die Figuren umrahmen und der so kleinen Oberfläche räumliche Tiefe verleihen. Von der plastischen Vergleichs- und Inspirationsseite knüpft der Krug an die glorreiche Tradition der Elfenbeinkrüge an, die im 17. Jahrhundert in Augsburg, Nürnberg und in flämischen Zentren hergestellt wurden und für ihre umhüllenden Erzählungen zu mythologischen oder sakralen Themen berühmt waren. Der Elfenbeinschnitzer des 19. Jahrhunderts zeigt ein tiefes Verständnis dieser Modelle und verleiht den fließenden und weichen Falten der Gewänder und den zarten Anatomien der Dienerinnen eine bezaubernde Grazie. Um die Verbindung mit dem dionysischen und hedonistischen Universum, das für barocke Prunkgefäße typisch ist, zu betonen, kommen die metallischen Elemente hinzu: Der Knauf des Deckels und der prächtige geschwungene Griff sind tatsächlich vollständig als ganze Satyrn modelliert. Diese mythologischen Kreaturen mit gekräuselten Ziegenbeinen und ausdrucksstarken, von Bärten umrahmten Gesichtern scheinen sich auf der Silberstruktur emporzuziehen und schaffen so einen raffinierten thematischen und stilistischen Kontrast zwischen der Heiligkeit der in Elfenbein geschnitzten biblischen Szene und der vitalen heidnischen Freizügigkeit, die durch die Goldschmiedekunst ausgedrückt wird. Das Ergebnis ist ein kleines Meisterwerk der Mikroskulptur, das darauf ausgelegt ist, das Nahaug des Kenners in den exklusivsten Wunderkammern des 19. Jahrhunderts zu fesseln.