Italienische Schule, 18. Jahrhundert, Christus segnend
Beschreibung:
Italienische Schule, 18. Jahrhundert
Christus segnend
Öl auf Holz, 86 x 72 cm
Rahmen, 114 x 100 cm
Das Werk stellt Christus als Halbfigur dar, gekleidet in eine rote Tunika, Farbe als Symbol der Könige, überlagert von einem blauen Mantel. Mit der linken Hand hält er den Reichsapfel, während die rechte Hand in der Geste des Segens erhoben ist. Der Hintergrund ist eine unwirkliche Atmosphäre, die von einem goldenen Licht dominiert wird, das an der Stelle des Heiligenscheins, der das Haupt Christi umgibt, noch heller ist. Er ist von einer Schar von Cherubinen und einem Wolkenkranz umgeben. Gerade das Element des Hintergrunds erinnert an typisch emilianische Lösungen, die sich bereits im 16. Jahrhundert etabliert hatten.
Die Ikonographie bezieht sich insbesondere auf das Opfer Christi für die Erlösung aller. Der Attribut des Reichsapfels zeigt in der Tat die "Urbi et Orbi"-Ausdehnung des göttlichen Segens, die im vorliegenden Gemälde durch die Geste der rechten Hand Christi, heilig par excellence, erklärt wird. Die Kodifizierung des Attributs-Reichsapfels geht auf die antike heidnische Darstellung des römischen Kaisers zurück, der im Basrelief dargestellt oder von der Staatsmünz geprägt wurde und den Reichsapfel des Sieges trug, ein expliziter Hinweis auf seine militärischen Eroberungen. In der Entwicklung einer modernen Ikonographie, die mit soliden bildlichen Referenzen, teils spätantiken, teils jüdischen, übereinstimmte, nahmen die ersten christlichen Künstler die Bedeutung des vom Kaiser gehaltenen Reichsapfels auf, um ihn Christus, dem wahren und letzten Kaiser, zuzuschreiben, der in der diesseitigen und der jenseitigen Welt regiert. Im vorliegenden Gemälde beleuchten zwei Lichtquellen die Figur Jesu: eine stammt vom Heiligenschein, die den von Wolken und Cherubinen gebildeten Hintergrund sanft erhellt, die andere von Christus selbst, die die getragene rote Robe beleuchtet. Die knackigen Falten des blauen Mantels, der über der rechten Schulter liegt, beleben das Porträt. Besonderes Augenmerk wird auf die Charakterisierung des Gesichts gelegt, das von langem Haar, das vom goldenen Licht fein beleuchtet wird, und von einem dichten Bart, der ebenfalls akribisch beschrieben wird, eingerahmt wird.