19. Jh., Ansichten lombardischer Villen und Genrebilder
Beschreibung:
19. Jh.
Ansichten lombardischer Villen und Genrebilder
Öl auf Leinwand, 58 x 74 cm
Unten auf einem der beiden Gemälde signiert und datiert: F. Bombardieri 1859
Das Gemäldepaar zeigt zwei Veduten im Stil des späten 18. Jahrhunderts, die im 19. Jahrhundert neu interpretiert wurden. Beide sind durch eine dichte, fast stürmische Atmosphäre geprägt, in der der Himmel den größten Teil der Komposition einnimmt, mit aufgeblähten, leuchtenden Wolken, die sich gegen bleigraue Hintergründe abheben. Auf der ersten Leinwand ist ein herrschaftlicher Gebäudekomplex mit einem mehrstöckigen zentralen Teil und daran angebauten rustikalen Nebengebäuden, die im Winkel angeordnet sind, zu erkennen. Er ist von einer gepflegten Rasenfläche und Baumreihen, die seine Grenzen abstecken, umgeben. Rechts eine Reiterfigur und im Vordergrund einige Passanten mit Hunden beleben die Szene mit alltäglichen Elementen. Die zweite Vedute zeigt hingegen ein kleines ländliches Dorf, eine Ansammlung von Häusern mit Schrägdächern und Schornsteinen, um die herum typische Genrebilder des bäuerlichen Lebens stattfinden: Frauen am Waschplatz, ein Mann, der mit einem Korb Holz transportiert, Wäsche, die zum Trocknen aufgehängt ist, Heuhaufen, die auf dem Hof aufgeschichtet sind.
Die dargestellten Architekturen, sowohl nach ihrer Art als auch nach ihrer Grundrissorganisation mit einem herrschaftlichen Kern und rustikalen Anbauten, scheinen auf Lustschlösser oder Landsitze des lombardischen Adels anzuspielen, die wahrscheinlich im Hinterland von Mailand oder in den hügeligen Gebieten in Richtung Brianza lagen. Dies waren bevorzugte Orte für den Bau solcher Komplexe im 18. und 19. Jahrhundert, die für den Sommeraufenthalt und die Verwaltung der umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe bestimmt waren.
Auf einer der beiden Leinwände erscheint eine Signatur mit der Jahreszahl „F. Bombardieri 1859“, ein Element, das einen wertvollen chronologischen und attributiven Hinweis liefern könnte. Recherchen in Verzeichnissen und Wörterbüchern, die den Vedutenmalern des 19. Jahrhunderts gewidmet sind, haben jedoch keinen Künstler dieses Namens ergeben, weder unter den lombardischen Vedutenmalern noch unter denen, die allgemeiner im italienischen Raum tätig waren. Trotz der Anwesenheit dieser Signatur bleiben die beiden Werke daher ohne eine sichere und dokumentierte Zuschreibung, und der Name Bombardieri bleibt vorerst ein Rätsel, das in der Fachliteratur zu diesem Thema keine Entsprechung findet und die Frage nach der Identität des Autors offen lässt.