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17. Jahrhundert, Erziehung der Jungfrau

Codice: 457323
3.800
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Epoche: 17. Jh.
Kategorie: Skulpturen 17. Jahrhundert
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
17. Jahrhundert, Erziehung der Jungfrau 
Beschreibung:
17. Jahrhundert Erziehung der Jungfrau Holzrelief, 77 x 48 cm – Rahmen, 90 x 61 cm Das Thema der Erziehung Mariens ist in der Kunst sehr selten. Diese besondere marianische Ikonografie ist von apokryphen Schriften inspiriert, insbesondere vom Protoevangelium des Jakobus und vom Evangelium des Pseudo-Matthäus, das reich an märchenhaften Anekdoten ist. Maria verbrachte ihre früheste Kindheit in Jerusalem im Haus ihrer Eltern Anna und Joachim. Die Kleine wurde vom ganzen Volk Israel bewundert: Sie verbrachte die meiste Zeit mit Beten und Besticken von Stoffen. Mit drei Jahren ging sie bereits sicher und sprach wie eine Erwachsene. Ihre Mutter Anna brachte ihr auch das Lesen bei: In dem vorliegenden Holzrelief wird eben diese Heilige Anna dargestellt, die in üppige Gewänder gehüllt sitzt und der kleinen Maria beim Lesen hilft. Abseits, wie später auch die Ikonografie des Heiligen Josef, beobachtet Joachim hingerissen die Szene. Die reiche Einrichtung, in der der Künstler die Szene platziert, auch wenn sie nicht die eines typischen israelitischen Hauses philologisch widerspiegelt, soll das respektvolle Klima der Strenge und religiösen Hingabe vermitteln, das die Familie der Jungfrau pflegte. Mauern und Säulen sind hoch, schlicht, ohne jegliche Ablenkung oder Pompösität. Der schwere vordere Vorhang ist hochgezogen, damit der Betrachter am intimen Einkehr teilnehmen kann. Die darunter liegende Reihe von Schnörkeln und Akanthusblättern ist eine Bereicherung des Künstlers, die seine gefällige Meisterschaft zeigen soll. Die zentrale Muschel ist ein weiterer marianischer Verweis, eine Allegorie der göttlichen Empfängnis. Das Thema der lesenden Maria, manchmal auf einem Kissen kniend, ist in der mittelalterlichen Kunst fast abwesend. Die Ikonografie wurde ab der Renaissance wieder aufgegriffen, begünstigt durch die erneute Verehrung der Heiligen Anna: Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass ihre Ausführung auf Holzuntergrund sehr selten ist. Während es nicht an Beispielen auf Leinwand mangelt (Francesco Cairo, 17. Jh., ASST Spedali Civili di Brescia; Filippo Lauri, 17. Jh., Galleria dell'Accademia Nazionale di San Luca, Rom; Giuseppe Bazzani, 1729, MAST Castel Goffredo; Giambattista Tiepolo, 1732, Kirche Santa Maria della Consolazione oder della Fava, Venedig; Venanzio Bisini, 1786, Pinacoteca Diocesana di Leonessa), erweist sich das vorliegende Werk als eine äußerst seltene Ausführung in Mittellage, die außergewöhnlicherweise den meisten der genannten Gemälde vorausgeht.