STUDIE - ANTONIO PELLEGRINI (UMFELD VON) - 18. JH.
Beschreibung:
Technisches Datenblatt
Kultureller Bereich: Venezianische Schule des 18. Jahrhunderts / Umfeld oder Werkstatt von Giovanni Antonio Pellegrini (Venedig, 1675 – 1741).
Objekt: Vorbereitende Studie (Modell) für Freskendekoration oder großes Deckenbild.
Material und Technik: Öl auf Holztafel (strukturell parkettierter Träger).
Motiv: Allegorisch-mythologische Szene (identifizierbar als Der Triumph der Minerva oder Venus und Adonis mit allegorischen Figuren, fluss-/Meeresgottheit und Putto).
Historische Inschriften (auf der Rückseite): * „Giovanni Antonio Pellegrini 1675-1741 / Entwurf für die Decke von Kimbolton Castle“ (englische Kursivschrift).
Vorhandensein eines roten Stempels von Auktionskatalog/Sammlung („432“).
Stilistische und formale Analyse
Das Gemälde ist ein außergewöhnliches Beispiel für eine Spätbarock-/Frührokoko-Studie, die sich durch eine äußerst luftige, leuchtende und kompendienhafte Malerei auszeichnet, typisch für die große Ära der venezianischen Freskenmaler im Ausland.
Kompositorischer Aufbau und Figuren
Das Werk ist auf einer dynamischen Diagonale aufgebaut, konzipiert für eine Untersicht (Deckenperspektive).
Die zentrale Gruppe: Zwei halb göttliche weibliche Figuren ruhen auf einer dichten Decke aus bernsteinfarbenen Wolken. Die Hell-Dunkel-Übergänge auf den Körpern, unfertig, aber durch schnelle Bleistift- und Ockertöne angedeutet, zeugen von einer außergewöhnlichen Ausführungsgeschwindigkeit, die darauf abzielt, den gesamten lichttechnischen Effekt (den „Blickfang“) zu studieren.
Unten links: Eine mächtige nackte männliche Figur von hinten (eine Flussallegorie oder eine Meeres-/Erdgottheit wie Atlas oder Triton) dient als perspektivische Kulisse und als Verbindung zwischen der irdischen und der himmlischen Welt.
Unten rechts: Ein geflügelter Putto (oder Amor), mit wenigen, aber gekonnten Pinselstrichen gezeichnet, hält ein lineares Element (eine Stange oder einen Speer) und ein changierendes rosafarbenes Tuch.
Farbe und Ausführung (Der venezianische „Pinselstrich“)
Die Palette wird von einem azurblauen Himmel dominiert, vor dem die warmen Töne der glasierten Wolken, die leuchtenden Rosatöne der Hauttöne und das gedämpfte Smaragdgrün der Kleidung der männlichen Figur kontrastieren. Die Malerei schreitet in Flecken und flüchtigen Tupfern voran: Der Maler verweilt nicht im anatomischen Detail, sondern nutzt das changierende Licht und die chromatische Vibration, die typisch für die Bildsprache von Sebastiano Ricci und Pellegrini selbst ist.
Analyse des Trägers (Die Rückseite)
Die Untersuchung der Rückseite des Gemäldes liefert historische und antiquarische Untersuchungsergebnisse von unschätzbarem Wert:
Die Tafel und die Parkettierung: Der Holzträger zeigt eine Struktur, die durch eine feste Gitterparkettierung verstärkt ist, ein historischer Konservierungseingriff (wahrscheinlich zwischen dem 19. und frühen 20. Jahrhundert durchgeführt), um die natürlichen Bewegungen des Holzes zu stabilisieren und Verwerfungen zu verhindern.
Die Inschrift: Die handschriftliche Notiz schreibt das Artefakt direkt Giovanni Antonio Pellegrini zu und identifiziert es als vorbereitende Studie für die Fresken von Kimbolton Castle (Cambridgeshire, England), wo der venezianische Maler zwischen 1708 und 1713 im Auftrag des IV. Earl of Manchester arbeitete.
Anmerkung zur Attributiven Kritik: Obwohl die Inschrift auf der Rückseite eine wichtige zeitgenössische Dokumentation darstellt, gebietet philologische Vorsicht, die Studie als „Umfeld/Schule“ oder „Werkstatt“ von Pellegrini zu klassifizieren. Der Stil spiegelt die Frische und kalligrafische Leichtigkeit des Meisters voll und ganz wider, aber eine vergleichende Studie mit den erhaltenen Decken von Kimbolton (wie die Kapelle oder die Ehrentreppe) wird erforderlich sein, um die eigenhändige Hand zu bestätigen oder die Arbeit eines geschickten Helfers, der am selben Baaprojekt beteiligt war, zu identifizieren.
Erhaltungszustand
Das Werk weist eine insgesamt sehr gute Lesbarkeit auf. Auf der Bildoberfläche sind die natürlichen Altersspuren zu erkennen: ein dichtes und feines Craquelure (Rissbildung der Malschicht), das mit der Zeit übereinstimmt, und einige lokalisierte Mikro-Farbabplatzungen (besonders auf dem Rücken der männlichen Figur unten links sichtbar), die die visuelle Einheitlichkeit nicht beeinträchtigen und die Abwesenheit von starken, jüngsten Übermalungen bezeugen.
Abmessungen: 78 x 37 cm
Ein reguläres Echtheitszertifikat mit Foto wird ausgestellt. Wir garantieren eine Antwort auf Ihre E-Mails innerhalb von 24 Stunden. IN DER LISTE DER GUTACHTER UND TECHNISCHEN BERATER BEIM GERICHT VON LA SPEZIA EINGESCHRIEBEN