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16. Jahrhundert, Figur in Rüstung mit dem Löwen

Codice: 456671
3.800
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Epoche: 16. Jh.
Kategorie: Skulpturen 500
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
16. Jahrhundert, Figur in Rüstung mit dem Löwen 
Beschreibung:
16. Jahrhundert Figur in Rüstung mit dem Löwen Marmor, H. 56 x 17 x 16,5 cm Die vorliegende Arbeit, eine raffinierte Marmorskulptur aus der norditalienischen Manufaktur des 16. Jahrhunderts, verkörpert perfekt die Synthese der formalen Sensibilität der Spätrenaissance und des Manierismus. Die Figur, die sich durch eine geschmeidige und elegante Haltung auszeichnet, wird als Krieger mit ausgeprägt jugendlichen und ephebischen Zügen dargestellt, umrahmt von einer bewegten Haartracht, die aus einem aufwendigen antikisierenden Prunkhelm hervorquillt. Der deutliche Kontrast zwischen der fast kindlichen Physiognomie und der militärischen Aufmachung der Kleidung, verbunden mit der ikonografischen Präsenz des Löwen, der zu den Füßen der Figur kauert, eröffnet eine zweifache und faszinierende Deutungsmöglichkeit, die sich gleichermaßen zwischen dem Heiligen und dem Profanen bewegt. Zur religiösen Interpretation passt die Skulptur kohärent in die reiche Produktion von Altarmonumenten oder Andachtsgegenständen des 16. Jahrhunderts, die den Heiligen Märtyrern der römischen Tradition gewidmet sind. Die Zartheit des Gesichts und das Fehlen eines Bartes deuten sofort auf die Figur eines jungen Heiligen hin, der in zartem Alter das Martyrium erlitten hat. In diesem Zusammenhang führt eine der plausibelsten Hypothesen zu San Venanzio von Camerino, der traditionell als edler Jüngling in römischer Rüstung dargestellt wird, der gemäß der Hagiographie auf wundersame Weise die Löwen im Amphitheater zähmte, welche sich anstatt ihn zu zerfleischen zu seinen Füßen niederwarfen. Die mögliche geografische Verankerung in Norditalien lädt jedoch dazu ein, ebenso stark die Figur des San Mamete zu betrachten, eines jungen Hirten und Märtyrers, der im lombardischen und Tessiner Raum hoch verehrt wird, bekannt für seine völlige Gemeinschaft mit den wilden Tieren und oft neben einem Löwen dargestellt, dem Symbol der vom Reichtum des christlichen Glaubens gezähmten Gewalt der heidnischen Welt. Bei beiden heiligen Lesarten hat die Verstümmelung des linken Arms – der einst wahrscheinlich eine Stiftverbindung zur Aufnahme der Palme des Martyriums, des Banners oder des Modells einer geschützten Stadt trug – das Werk leider seiner explizitesten christlichen Attribute beraubt. Gleichzeitig lässt sich das Werk auch einer ebenso suggestiven profanen Interpretation zuordnen, die mit der privaten Auftragsarbeit der Höfe und Adelspaläste in der Poebene oder in Venetien verbunden ist, wo der Mythos der klassischen Antike als Vehikel der dynastischen oder allegorischen Feier diente. Der fein verzierte Helm und die Brustplatte erinnern an die „heroischen“ Parade-Rüstungen, die im 16. Jahrhundert in Mode waren und von Bildhauern verwendet wurden, um Götter und Helden der Mythen Gestalt zu verleihen. Die Statue könnte also einen jungen Mars darstellen, den Kriegsgott, der in einem Moment der Ruhe erfasst und seiner gewohnten reifen Wildheit beraubt ist, oder Achill, den homerischen Helden schlechthin, gefeiert für seine aristokratische Schönheit und seinen Mut. Nicht zuletzt ist die Identifizierung mit Alexander dem Großen nicht auszuschließen, dessen legendäre Jugend und mythische Abstammung von Herkules oft dadurch hervorgehoben wurden, dass seine Figur mit dem Löwen in Verbindung gebracht wurde, nicht mehr als wundersames Raubtier, sondern als Emblem der Königsherrschaft, der Tapferkeit (virtus) und der unangefochtenen Herrschaft über die Natur und die eroberten Völker.