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Giovanni Ghisolfi (Mailand, 1623 – 1683), Landschaft mit architektonischen Ruinen und Figuren

Codice: 456664
3.800
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Epoche: 17. Jh.
Kategorie: Landschaft mit Ruinen
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
Giovanni Ghisolfi (Mailand, 1623 – 1683), Landschaft mit architektonischen Ruinen und Figuren 
Beschreibung:
Giovanni Ghisolfi (Mailand, 1623 – 1683) Landschaft mit architektonischen Ruinen und Figuren Öl auf Leinwand, 41 x 31 cm Mit Rahmen, 50 x 39 cm Eine Landschaft mit klassischen Ruinen belebt die Leinwand von Giovanni Ghisolfi mit jener Spannung zwischen der Erhabenheit der Vergangenheit und der Zerbrechlichkeit der Gegenwart, die die gesamte Produktion des Mailänder Malers kennzeichnet. Die Komposition ist um einen Kern imposanter ionischer Säulen organisiert, die noch teilweise von einem gebrochenen Gebälk verbunden sind, das sich gegen einen leuchtenden Himmel abhebt. Die Säulen, die in braunen und erdigen Farben gehalten sind, dominieren die obere Hälfte der Leinwand mit einer szenischen Präsenz und evozieren den Raum eines antiken Tempels, von dem nur noch das Gerüst erhalten ist. Am Fuße dieser Strukturen bilden abgerutschte Stufen und Steinblöcke eine Art unregelmäßiges Podest, auf dem sich die menschlichen Figuren bewegen, winzig im Vergleich zur Monumentalität der umgebenden Architektur. Im mittleren Register scheinen drei Personen in ein Gespräch vertieft zu sein, sitzend oder an die Reste des Bauwerks gelehnt. Unten bewegen sich zwei Figuren zwischen den Steinen, während hier und da schematische Vegetation zwischen den Felsbrocken hervorspitzt. Das diffuse, aber gerichtete Licht modelliert die Oberflächen mit präzisen Akzenten und klaren Kontrasten zwischen den Schattenbereichen und den beleuchteten Flächen und verleiht den Architekturen eine volumetrische Solidität. Giovanni Ghisolfi wurde 1623 in Mailand geboren und wuchs in einem familiären Umfeld auf, das bereits auf die Künste ausgerichtet war. Schon in jungen Jahren trat er in die Werkstatt seines Onkels Antonio Volpino ein, wo er die Grundlagen der Malerei erlernte. 1650, im Alter von siebenundzwanzig Jahren, brach er zusammen mit seinem befreundeten Malerfreund Antonio Busca nach Rom auf, um die antike Architektur und die Zeichnung architektonischer Fragmente zu studieren. In der Papststadt arbeitete Ghisolfi eng mit Salvator Rosa zusammen: Anfangs, so deuteten die Quellen an, kümmerte sich Rosa um die Figuren, während Ghisolfi sich um die architektonischen Perspektiven kümmerte, obwohl die moderne Kritik dazu neigt, dieses Abhängigkeitsverhältnis zu relativieren und dem Mailänder Künstler von Anfang an eine volle Autonomie zuzuerkennen. Gerade in Rom reifte Ghisolfis entscheidende Ausbildung in den Bildfindungen, die sich auf antike römische Überreste konzentrierten, dank derer er zum erfolgreichsten Spezialisten wurde, so sehr, dass er als Ahnherr der Typologie des architektonischen Kapriziolen gilt, das erst im 18. Jahrhundert eine außergewöhnliche illustrative Bedeutung erlangen und ihn als eigenständiges Malereigenre festigen sollte. 1661 kehrte er nach Lombardei zurück und schmückte eine Kapelle der Certosa di Pavia; 1664 wurde er nach Vicenza gerufen, um Fresken in den Palazzi Trissino Baston und Giustiniani Baggio zu malen. Er arbeitete auch im Palazzo Arese Borromeo in Cesano Maderno und in der Villa Reati in Lissone sowie im Sacro Monte di Varese im Auftrag von Kardinal Luigi Alessandro Omodei. Das hier untersuchte Gemälde fügt sich vollständig in die Ghisolfianische Tradition des architektonischen Kapriziolen ein und findet präzise Übereinstimmungen in einer Reihe von Werken, die seine stilistische und erfinderische Kohärenz bestätigen. Die Wahl der extrem hohen ionischen Säulen, die die Szene dominieren, und die warme, erdige Farbpalette, die auf Braun-, Ocker- und Grautönen basiert, beleuchtet vom blauen Himmel, bringen dieses Gemälde dem "Capriccio architettonico con preparativi per un sacrificio" im National Trust in London, in dem sich die gleiche vertikale Ausrichtung der Architektur und die gleiche Lichtführung, die die Steinflächen meißelt, wiederfinden, sehr nahe. Ebenso relevant ist der Vergleich mit dem Gemälde "Arco fantastico con Bagno di Venere", das sich heute in Privatsammlung befindet, wo die Palette warmer Brauntöne und Blau mit ähnlicher Effektivität in der atmosphärischen Wiedergabe des Hintergrunds wiederkehrt. Typisch für Ghisolfis Stil ist die Art und Weise, wie er perspektivische Sequenzen konstruiert, indem er den Hintergrund mit klaren und leichten Farben behandelt, während die Architekturbereiche mit sorgfältigen Pinselstrichen, starken Kontrasten und schwarzen Akzenten in den plastischen Details abgegrenzt sind – eine Methode, die sich auch in der vorliegenden Leinwand perfekt wiederfindet. Die architektonische Wiedergabe findet weitere Berührungspunkte mit dem "Capriccio architettonico con figure" aus der Piraneseum Collection in San. Noch treffender ist der Vergleich mit dem Gemälde "Pitagora riemerse dall'Ade" aus der Collezione Almagià in Rom und dem "Capriccio architettonico con scultura di Marco Aurelio" aus den öffentlichen Sammlungen von Innsbruck, in denen die gleiche Anordnung von zerfallenden architektonischen Massen, belebt von kleinen Figuren. Aus diesen Gemälden geht ein Sinn für Klassizismus hervor, der durch lineare Kompositionen mit dunklen Farben und eine solide architektonische Konstruktion wiedergegeben wird, die Ghisolfi zu einem Vorläufer der Vedutenmalerei des 18. Jahrhunderts machen und das vorwegnehmen, was Giovanni Paolo Pannini im folgenden Jahrhundert zur Vollreife bringen würde.