Bologneser Schule des 17. Jahrhunderts, Madonna mit Kind
Beschreibung:
Bologneser Schule des 17. Jahrhunderts
Madonna mit Kind
Terrakotta, 31 x 36 cm
Devotionale Relief aus polychromer Terrakotta, eingeschlossen in einem aufwendigen geschnitzten und vergoldeten Rahmen, verziert mit blattartigen Voluten und Ranken, die die heilige Szene mit typisch barocker plastischer Kraft umrahmen. Die Jungfrau, im Brustbild dargestellt, in einer Geste inniger mütterlicher Zuneigung, mit expressivem Naturalismus ausgeführt. Der blaue Mantel, der ihren Kopf und ihre Schultern umhüllt, bildet einen chromatischen Kontrast zum roten Gewand, das weit und kunstvoll mit Falten drapiert ist, was der Figur Bewegung und Tiefe verleiht. Das lebhafte Kind streckt sich seiner Mutter in einer Geste des Vertrauens entgegen, die die Komposition belebt, während der siena-erd-farbene Hintergrund die Farbenpracht der Gewänder durch Kontrast hervorhebt.
Das Werk fügt sich in die reiche Bologneser Skulpturentradition des 17. Jahrhunderts ein. Diese Stadt erlebte in diesem Jahrhundert eine Blütezeit hochqualitativer devotionaler Terrakottaarbeiten, die im Erbe der großen Epoche von Properzia de' Rossi und vor allem von Alfonso Lombardi im vorangegangenen Jahrhundert wurzelten und durch den Einfluss der Carracci und der zeitgenössischen emilianischen Malerei erneuert wurden. Bologna, ein Kreuzweg zwischen emilianischer und römischer Kultur, entwickelte eine Schule von Plastikern, die in der Lage waren, die malerische Weichheit des Carracci-Naturalismus mit einem intensiven und direkten religiösen Empfinden zu verbinden, das für die private und häusliche Andacht bestimmt war. Madonnen mit Kind aus Terrakotta, oft in geschnitzten Holzrahmen wie dem hier vorliegenden eingeschlossen, waren verbreitete Kultobjekte in bürgerlichen und aristokratischen Kreisen und Zeugnis einer post-tridentinischen Religiosität, die Bilder mit starker emotionaler Wirkung und unmittelbarer affektiver Lesbarkeit bevorzugte.