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Paolo De Matteis (Piano Vetrale, 1662 – Neapel, 1728), Heilige Familie mit dem kleinen Heiligen Johannes

Codice: 456327
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Epoche: 18. Jh.
Kategorie: religiöse Gemälde
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
Paolo De Matteis (Piano Vetrale, 1662 – Neapel, 1728), Heilige Familie mit dem kleinen Heiligen Johannes 
Beschreibung:
Paolo De Matteis (1662 – 1728) Heilige Familie mit dem kleinen Heiligen Johannes Öl auf Leinwand, 115 x 80,5 cm Mit Rahmen, 136 x 101 cm Kritischer Bericht von Prof. Alberto Crispo Die heilige Erzählung entfaltet sich auf der Leinwand mit intimer und maßvoller Anmut und orchestriert einen zarten visuellen Dialog zwischen den Protagonisten der Heiligen Familie und dem kleinen Johannes des Täufers. Im Zentrum der Komposition sticht die Figur der Jungfrau Maria hervor, deren Gesicht von einer versunkenen und nachdenklichen Süße überhaucht ist. Mit einer sanften und schützenden Geste umschließt die Madonna mit ihren Armen sowohl ihr eigenes Kind als auch den kleinen Johannes und vereint die Figuren zu einem einzigen, liebevollen Kern. Das Jesuskind, auf dem mütterlichen Schoß liegend und teilweise in ein helles Tuch gehüllt, streckt sich mit lebhaftem und durchdringendem Blick nach vorne und hebt seine kleine Hand zur Segensgeste. Zu seinen Füßen empfängt der junge Täufer das heilbringende Zeichen mit gefalteten Händen, versunken in einem tiefen und naiven Gebet. Um die Harmonie der Szene abzurunden, tritt im Hintergrund die stille und fürsorgliche Gestalt des Heiligen Josef in Erscheinung, der das Treffen mit beklommener und nachdenklicher Anteilnahme überwacht. Das Werk präsentiert sich dem Betrachter als eine bewundernswerte Synthese aus häuslichen Zuneigungen und theologischer Feierlichkeit, bei der das Licht die Formen streichelt und ihre volumetrische Reinheit hervorhebt. Die Ausführung des Gemäldes ist zweifellos Paolo de Matteis zuzuschreiben, einer herausragenden Figur der italienischen Malerei, der 1662 in Piano del Cilento geboren wurde und 1728 in Neapel starb. Nach einer ersten und grundlegenden Ausbildung in Neapel in der angesehenen und fruchtbaren Werkstatt von Luca Giordano zog der Maler unter dem Schutz des Markgrafen del Carpio nach Rom. In der Papsthauptstadt vervollständigte der Künstler seine Studien bei Giovanni Maria Morandi, einem Schüler von Carlo Maratta, und besuchte die Accademia di San Luca, wo er eine klassizistische Ausrichtung aufnahm, die seine gesamte reife Produktion unverkennbar prägen sollte. Sein Ruhm überschritt bald die Grenzen des neapolitanischen Vizekönigreichs und führte ihn zwischen 1702 und 1705 zu intensiver Arbeit in Paris und zu fruchtbaren Beziehungen mit wichtigen internationalen und aristokratischen Auftraggebern aus dem Umfeld der Habsburger, wie Lord Shaftesbury und Eugen von Savoyen. Die chronologische Einordnung dieser Leinwand fällt in die fortgeschrittenste Phase des Meisters, vermutlich zwischen Mitte der 1710er Jahre und 1728. Gerade in dieser Zeit wird de Matteis' Manier klarer und kristalliner, ergreift die rationalistischen Strömungen der arkadischen Kultur und verlässt die dichte, giordaneske Pittorei der Anfänge zugunsten einer glatteren Ausführung. Zum tiefen Verständnis der Urheberschaft des Werkes sind stilistische Vergleiche mit anderen Gemälden des Künstlers entscheidend. Die gleiche sanfte Physiognomie der Jungfrau und die Ausdrücke der Kindergesichter, gekennzeichnet durch kleine, durchdringende Augen, finden sich präzise im Mystischen Verlöbnis der Heiligen Katharina auf dem Antiquitätenmarkt und im von Moses in London versteckten Fund wieder. Darüber hinaus ergibt sich eine entscheidende Übereinstimmung, wenn man die Leinwand mit der Heiligen Familie mit den Heiligen Ludwig Gonzaga und Stanislaus Kostka von Recanati vergleicht, die auf das Jahr 1727 datiert ist, wo die Madonna und das segnende Kind die in diesem Gemälde angewandten formalen Lösungen streng und fast deckungsgleich wiedergeben. Weitere Übereinstimmungen im Gebrauch einer klaren venezianisch geprägten Tonalität und einer glasartigen Maloberfläche finden sich in der Venus, die dem Aeneas in Macerata die Waffen reicht, in der Geburt in Richmond Museum und in den Gewebestücken für die Abtei San Martino alle Scale in Palermo, was das Werk als bewundernswertes Zeugnis der neapolitanischen Malerei des frühen Jahrhunderts bestätigt. Rein formal offenbart das Werk eine außerordentliche kompositorische Intelligenz bei der Handhabung von Gewichten und Massen innerhalb des begrenzten Raums der Leinwand. Der Übergang zu einer glatten und glasierten Ausführung mindert nicht die Volumetrie der Körper, sondern betont im Gegenteil ihre geometrische Reinheit durch ein weiches und nie dramatisches Chiaroscuro. Die fast pyramidale Stabilität der heiligen Gruppe wird subtil durch den diagonalen Verlauf des Körpers des Kindes belebt, der einen kontrollierten Dynamismus erzeugt, der das Auge des Betrachters direkt zum emotionalen Zentrum des Gebets des kleinen Johannes des Täufers lenkt. Darüber hinaus zeigt die Entscheidung, die Palette mit klaren chromatischen Akkorden aufzuhellen, wie de Matteis die dichte und tumultuose Pittorei des siebzehnten Jahrhunderts zu überwinden wusste. Daraus ergibt sich eine Atmosphäre poetischer und intellektueller Schwebe, in der die Verschmelzung von Linienrigor und der Weichheit der Hauttöne mit überraschender Kohärenz die Sensibilität und die formalen Lösungen vorwegnimmt, die für den europäischen Rokoko charakteristisch sein werden.