Paduan workshop des 18. Jahrhunderts, Sekretär
Beschreibung:
Paduan workshop des 18. Jahrhunderts
Sekretär
Nussbaumholz und Maserholz, 104 x 105 x 58 cm
Das hier vorgestellte Möbelstück ist ein Sekretär mit drei Schubladen im venezianischen Stil, der im 18. Jahrhundert von einer Werkstatt aus dem Paduaner Raum hergestellt wurde. Die von einer geschwungenen Linie geprägte Vorderseite, die sich im oberen Kasten, in den drei darunter liegenden Schubladen und im profilierten Sockel wiederholt, ist vollständig mit Nussbaumholz und Nussbaum-Maserholz furniert, spiegelbildlich angeordnet und in geometrische Felder eingeschlossen, die das Maserungsmuster hervorheben. Die aufklappbare Platte, die in der Mitte mit einem rautenförmigen Motiv aus verschiedenen Hölzern intarsiert ist, öffnet sich und gibt das Innere des Schreibtisches frei, während der darunter liegende Streifen von einer feinen Mäanderdekoration durchzogen ist, die durch Intarsien aus hellen und dunklen Hölzern ausgeführt ist. Griffe und Schlüsselschilder aus vergoldeter Bronze in Blattform vervollständigen den dekorativen Apparat zusammen mit den Konsolenfüßen, die das Möbelstück leicht vom Boden abheben und seine Gesamtmasse aufhellen.
Sekretäre aus paduanischer Produktion stellen ein bedeutendes Kapitel der venezianischen Ebenistenkunst des 18. Jahrhunderts dar, einer Zeit, in der das Schreibmöbel in den häuslichen Einrichtungen des Bürgertums und des Adels auf dem Festland eine zunehmende Rolle spielte. Padua, das im kulturellen Orbit Venedigs stand, aber über eine eigene handwerkliche Tradition verfügte, entwickelte eine erkennbare dekorative Sprache, die auf der gekonnten Verwendung des lokalen Nussbaums und seines Maserholzes basierte, das in dünnen Platten verarbeitet und nach geometrischen Mustern von starker chromatischer Wirkung zusammengefügt wurde. Die bewegte Form mit seitlichen und vorderen Linien, die geschwungenen Linien folgen, spiegelt den barocken und dann rokoko-artigen Geschmack wider, der in ganz Venetien verbreitet war, während die Anwesenheit von Mäandermotiven einen Dialog mit den damals in der dekorativen Kunst üblichen klassizistischen Repertoires bezeugt. Diese Möbelstücke, die für die Korrespondenz und die häusliche Verwaltung bestimmt waren, verbanden Funktionalität und sozialen Status und wurden zu Prestigious-Elementen in den Patrizier- und bürgerlichen Wohnhäusern der damaligen Zeit, oft in Durchgangsbereichen oder für den Empfang von Gästen aufgestellt.