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Vincenzo Gemito (Neapel, 1852–1929), Porträt von Ernest Meissonier

Codice: 456191
2.800
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Epoche: 19. Jh.
Kategorie: Skulpturen des 19. Jahrhunderts
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
Vincenzo Gemito (Neapel, 1852–1929), Porträt von Ernest Meissonier 
Beschreibung:
Vincenzo Gemito (Neapel, 1852–1929) Porträt von Ernest Meissonier Bronze, 56 x 24 x 13 cm Signiert und mit Gießereistempel auf der Basis GEMITO Das Porträt von Ernest Meissonier, das nach dem Pariser Treffen von 1878 entstand, ist ein bedeutendes Zeugnis der internationalen Beziehungen, die Vincenzo Gemito in den Jahren seiner vollen künstlerischen Reife knüpfte. Die erste Version der Skulptur, die 1880 auf der Promotrice in Turin ausgestellt wurde, zeigt den berühmten französischen Maler stehend, wie er den Pinsel hält und die Palette stützt, also im Moment der schöpferischen Tätigkeit. Die Bronze gibt die Persönlichkeit des Dargestellten mit außergewöhnlicher Effektivität wieder: die sichere Haltung, der konzentrierte Blick, der lange Bart und die sorgfältig beschriebene Kleidung tragen dazu bei, das Bild eines etablierten Künstlers zu definieren, der sich seines Prestiges bewusst ist. Ernest Meissonier, einer der berühmtesten Maler des Frankreichs des 19. Jahrhunderts, war international für seine historischen und Genrebilder bekannt, die oft im 18. Jahrhundert angesiedelt waren und sich durch eine minutiöse Detailgenauigkeit auszeichneten. Das Werk entspringt der Freundschaft, die sich zwischen Meissonier und Gemito während der Pariser Weltausstellung 1878 entwickelte. In jenen Jahren erntete der junge neapolitanische Bildhauer außerhalb Italiens zunehmenden Erfolg, und die Auseinandersetzung mit dem französischen Meister trug zur Erweiterung seines kulturellen Horizonts bei. Im Porträt zeigt sich tatsächlich eine deutliche stilistische Veränderung gegenüber früheren Werken: Das Material ist nicht mehr mit der Unmittelbarkeit modelliert, die die neapolitanischen Volksfiguren kennzeichnet, sondern wird kontrollierter, kostbarer und analytischer. Jedes Detail der Kleidung, der Frisur und der Werkzeuge des Handwerks wird mit Sorgfalt definiert, im Einklang mit dem Geschmack des dargestellten Künstlers. Der Vergleich mit dem berühmten Fischer, der im Museo del Maschio Angioino in Neapel aufbewahrt wird, zeigt diese Entwicklung deutlich. Bei dem jungen Mann, der in einer spontanen Geste festgehalten wird, überwiegen die Energie der Bewegung und die Frische der Beobachtung des Lebens; im Porträt von Meissonier ist die Konstruktion bedachter und feierlicher, darauf ausgerichtet, eine anerkannte Persönlichkeit zu feiern. Ebenso zeigt die Bronze für den französischen Maler im Vergleich zum Pescatorello (kleiner Fischer) im Museo di Capodimonte, wo die kindliche Vitalität durch eine schnelle und lebendige Modellierung wiedergegeben wird, eine elegantere und beschreibendere Suche, fast eine Hommage an die Tradition des offiziellen Porträts. Ein weiterer Vergleichspunkt ist die Büste von Giuseppe Verdi im Museo Teatrale alla Scala. In beiden Werken zeigt Gemito eine außergewöhnliche Fähigkeit, den psychologischen Charakter des Subjekts zu erfassen, wobei er jede kalte Idealisierung vermeidet. Vincenzo Gemito wurde 1852 in Neapel geboren und bei der Geburt ausgesetzt. Er wurde Giuseppina Baratta anvertraut und bildete sich in den Werkstätten von Emanuele Caggiano und Stanislao Lista aus, während er parallel dazu Porträts im Museo Nazionale studierte. Nach seinen Anfängen an der Accademia di Belle Arti kam der Erfolg schnell dank der innovativen Kraft seiner Skulpturen, die vom neapolitanischen Volksleben inspiriert waren. Aufenthalte in Paris, die Teilnahme an den Salons und großen internationalen Ausstellungen erweiterten seinen kulturellen Horizont, während die Gründung der Fonderia Gemito im Jahr 1883 es ihm ermöglichte, die Qualität der Güsse direkt zu kontrollieren. Das Porträt von Meissonier ist in einem entscheidenden Moment dieses Weges angesiedelt.