17. Jahrhundert, Hieronymus im Exil
Beschreibung:
17. Jahrhundert
Hieronymus im Exil
Öl auf Pergament auf Holz, 18 x 23 cm
Mit Rahmen, 29,5 x 24 cm
Dieses kleine Gemälde, ausgeführt in Öl auf Pergament auf Holz, stellt den büßenden Hieronymus dar, erfasst in einem Moment intensiver Meditation inmitten der Felsen einer rauen Wüstenlandschaft. Der Greis mit ausgezehrtem Gesicht und weißem Bart ist von einem leuchtenden Nimbus umgeben, der seine Heiligkeit unterstreicht; sein halbnackter Körper, nur von einem rosafarbenen Tuch bedeckt, zeugt von der asketischen Entscheidung, irdische Güter abzuschwören. Neben ihm erscheint der Löwe, sein treuer Gefährte nach der hagiographischen Legende, während auf dem Felsen ein Totenkopf zu sehen ist, ein Symbol der Vanitas und ein Memento Mori, das an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens erinnert. Im Vordergrund sind Bücher und ein Blatt Papier zu sehen, ein Hinweis auf seine Tätigkeit als Übersetzer der Bibel und Kirchenvater. Im Himmel, zwischen dampfenden Wolken, ist eine Engelsgestalt mit einer Trompete zu erkennen, während ein kleines Kreuz auf dem Gipfel des Berges das Gefühl christlicher Hingabe verstärkt. Der malerische Stil, mit der weichen Wiedergabe der Körper und dem chromatischen Kontrast zwischen dem Rosa des Tuches und den erdigen Tönen der Landschaft, ist typisch für die devotionalen Produktionen des 17. Jahrhunderts, einer Periode, in der das Motiv des büßenden Hieronymus im Klima der Gegenreformation außergewöhnliches ikonographisches Glück erfuhr, welche die Introspektion, die Buße und die Meditation über den Tod im Einklang mit dem barocken Geschmack für emotionales Pathos und beschreibenden Naturalismus hervorhob.