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Deutschland, 17. Jahrhundert, Erzengel Michael und Erzengel Raphael

Codice: 456122
3.600
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Epoche: 17. Jh.
Kategorie: Skulpturen 17. Jahrhundert
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
Deutschland, 17. Jahrhundert, Erzengel Michael und Erzengel Raphael 
Beschreibung:
Deutschland, 17. Jahrhundert Erzengel Michael und Erzengel Raphael (2) Buchsbaumholz, 17,5 x 8 x 6 cm Dieses Paar raffinierter Miniaturskulpturen, das die Erzengel Michael und Raphael darstellt, ist ein wunderbares Beispiel für Kammerstatuen deutscher Manufaktur des 17. Jahrhunderts. Die beiden Werke sind aus Buchsbaumholz geschnitzt, einem kostbaren Holz, das für seine außergewöhnliche Kompaktheit, seine fast unsichtbare Maserung und seine strukturelle Dichte bekannt ist. Diese Eigenschaften haben es den Bildhauern jenseits der Alpen historisch ermöglicht, in so geringen Maßstäben ein Maß an Virtuosität und mikroskopischem Detail zu erreichen, das sonst undenkbar wäre. Stilistisch verkörpern die beiden Abbilder voll und ganz den Übergang von der späten Renaissance zur überschwänglichen Ästhetik des nordischen Barocks. Die Körper der Engel sind von einer zurückhaltenden, aber lebendigen Dynamik durchdrungen, die sich im Wechselspiel der Gliedmaßen und der komplexen Verdrehung der Oberkörper zeigt. Der linke Erzengel, höchstwahrscheinlich Raphael – hier in einer Haltung feierlichen Gehens oder Führens dargestellt, mit einer angehobenen Mantelkante, die die Bewegung imitiert –, korrespondiert symmetrisch mit der rechten Figur, dem Erzengel Michael. Letzterer, fest in seiner Kriegerhaltung, stützt seine rechte Hand mit stolzer Festigkeit auf den Knauf eines nach unten gerichteten Schwertes, ein Symbol seines Sieges über die Mächte des Bösen. Die technische Kunstfertigkeit zeigt sich in blendender Virtuosität im Gewand der Kleider. Die Gewänder „all'antica“, inspiriert von römischer Militärkleidung, brechen in tiefe, kantige und asymmetrische Falten, typisch für die deutsche Bildhauertradition. Diese Falten erzeugen ein dichtes Chiaroscuro, das den natürlichen Glanz des Buchsbaums hervorhebt, der durch eine warme, bernsteinfarbene Patina verstärkt wird. Die kalligrafische Präzision erstreckt sich auf die anatomische Darstellung der Schuhe, die Physiognomie der edel geformten Gesichter, die von kunstvollen Locken eingerahmt werden, und vor allem auf das Gefieder der Flügel, das Feder für Feder mit fast goldschmiedischer Klarheit geschnitzt ist. Objekte dieser Art waren nicht für die öffentliche Andacht bestimmt, sondern für eine gebildete und private Sammlung. Ursprünglich fanden sie ihre ideale Aufstellung in den berühmten Kunstkammern der fürstlichen Höfe oder des gehobenen Bürgertums in Deutschland. In diesen Räumen wurden die kleinen Buchsbaumskulpturen neben Naturraritäten und exotischen Artefakten ausgestellt und aus nächster Nähe bewundert, nicht nur als Symbole des spirituellen Schutzes, sondern vor allem als Triumphe menschlichen Einfallsreichtums, die in der Lage waren, die Grenzen der Materie zu überwinden.