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Francesco Graziani, genannt Ciccio Napoletano (aktiv in Neapel und Rom in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts), Kavallerieduell gegen die Türken – Duell zwischen europäischen Kavallerien

Codice: 455969
4.400
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Epoche: 17. Jh.
Kategorie: Gefecht
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
Francesco Graziani, genannt Ciccio Napoletano (aktiv in Neapel und Rom in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts), Kavallerieduell gegen die Türken – Duell zwischen europäischen Kavallerien 
Beschreibung:
Francesco Graziani, genannt Ciccio Napoletano (aktiv in Neapel und Rom in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts) Kavallerieduell gegen die Türken – Duell zwischen europäischen Kavallerien (2) Öl auf Kupfer, 23,7 x 17,4 cm Mit Rahmen, 37 x 45 cm Die beiden hier vorgestellten Ölgemälde auf Leinwand sind ein besonders aussagekräftiges Beispiel für die reife Produktion von Francesco Graziani, einem neapolitanischen Maler, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts tätig war und seinen Zeitgenossen unter dem Spitznamen Ciccio Napoletano bekannt war. Das erste Gemälde stellt einen Zusammenstoß zwischen europäischer und türkischer Kavallerie in einer offenen und kahlen Landschaft dar, durchzogen von einem stürmischen Himmel in grau-ockerfarbenen Tönen. Im Zentrum der Komposition verdichtet sich das Herz des Kampfes: Ritter in Rüstungen und Soldaten in farbenfroher Kleidung stürzen sich in einem chaotischen Getümmel von Körpern, Lanzen und Fahnen aufeinander. Ein Reiter in einer auffälligen roten Jacke und einem weißen Turban nimmt die rechte Seite der Szene ein und dominiert den Kampf mit einer gebieterischen Geste. Im Vordergrund betonen die Körper gefallener Pferde und zu Boden gestürzter Figuren die gerade erst vollzogene Gewalt und das Gemetzel. Im Hintergrund hebt sich, in nebliges Licht gehüllt, ein zylindrischer Turm ab – ein wiederkehrendes architektonisches Element im Repertoire von Graziani, wie in der Schlacht in der Nähe einer Brücke im Palazzo Bardini in Florenz –, der dazu beiträgt, die Szene in einer plausiblen und erkennbaren Landschaft zu verorten. Das zweite Gemälde, das auf einem Schlachtfeld mit einer befestigten Stadt im Hintergrund spielt, inszeniert einen Zusammenstoß zwischen europäischer Kavallerie. Francesco Graziani, genannt Ciccio Napoletano, ist eine Figur, die von der Kunstgeschichtsschreibung noch nicht vollständig geklärt ist, deren Werk aber durch Funde und stilistische Vergleiche zunehmend definiert wird. Als neapolitanisch ausgebildeter Maler spezialisierte er sich auf das Schlachten-Genre und entwickelte einen persönlichen Stil großer expressiver Unmittelbarkeit. Die Einflüsse, die seine Ausbildung prägten, sind hauptsächlich zwei großen Meistern zuzuordnen: Salvator Rosa, dem neapolitanischen Maler-Poeten, der für seine wilden Landschaften und seine Szenen von Soldaten und Banditen berühmt ist, und vor allem Jacques Courtois, genannt Borgognone, einem lothringischen Maler, der in Rom tätig war und dessen Name im Zusammenhang mit Graziani oft als möglicher Meister oder direktes Vorbild genannt wird. Von Borgognone übernahm Graziani die dynamische Anordnung der Reitergruppen, die Staffelung der Figuren und eine gewisse theatralische Raumgestaltung. Von Salvator Rosa hingegen leitet sich eine schärfere atmosphärische Sensibilität, eine lockere Pinselführung, die sich in bewegten und zerbrochenen Strukturen niederschlägt, und ein Faible für dunkle und dramatische Hintergrundlandschaften ab. Zur Bestätigung der Urheberschaft dieser Gemälde durch Francesco Graziani ist ein Vergleich mit einigen bekannten Werken in öffentlichen Museen und Sammlungen hilfreich. Besonders aussagekräftig ist die bereits erwähnte Schlacht in der Nähe einer Brücke, die sich heute im Palazzo Bardini in Florenz befindet: In diesem Gemälde erscheint ein praktisch identischer zylindrischer Turm wie der im Hintergrund des ersten der beiden hier beschriebenen Ölgemälde, mit derselben lockeren Farbgestaltung und derselben szenischen Platzierung in einem dunstigen Licht. Ein zweiter wichtiger Vergleich ist der mit den Schlachtszenen im Walters Art Museum in Baltimore. In diesen Werken finden sich die gleichen Lösungen bei der Darstellung der Pferde – mächtig, sprungbereit, mit großer Synthese gemalt – und der Reiter, fast anonyme Figuren in ihrer Erregung, die aber eine unmittelbare physische Präsenz vermitteln.