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Pieter van Avont (Mechelen, 1600 – Deurne, 1652), Landschaft mit dem jungen Johannes und dem Lamm

Codice: 455689
4.600
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Epoche: 17. Jh.
Kategorie: Religiöse Gemälde
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
Pieter van Avont (Mechelen, 1600 – Deurne, 1652), Landschaft mit dem jungen Johannes und dem Lamm 
Beschreibung:
Pieter van Avont (Mechelen, 1600 – Deurne, 1652) Landschaft mit dem jungen Johannes und dem Lamm Öl auf Leinwand, 31,5 x 45 cm Mit Rahmen, 48 x 61 cm Unten rechts signiert P. Van Avont In einer leuchtenden, waldigen Landschaft in grün-goldenen Tönen steht ein nacktes, wohlgenährtes Kind im Zentrum der Komposition und hebt die rechte Hand segnend zu einem Lamm zu seinen Füßen. Mit der linken Hand hält das Kind einen langen, spitzen Stab, ein ikonographisches Attribut, das es sofort als den jungen Johannes den Täufer identifiziert, den Vorläufer Christi, dargestellt nach einer ikonographischen Tradition, die sich in der italienischen Renaissance gefestigt und dann in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts weit verbreitet hat. Das Lamm, das Sinnbild des christologischen Opfers schlechthin, ruht mit stiller Sanftmut auf dem Boden, sein helles Fell mit weichen Pinselstrichen und warmem Licht, das seinen Körper modelliert. Der Baumhintergrund, reich an Ästen, die von diffusem Licht belebt werden, öffnet sich nach links zu einer fernen Landschaft, in der abfallende Hügel und ein bewölkter Himmel zu sehen sind, was einer typisch flämischen Landschaftsstruktur entspricht. Das Werk ist von Pieter van Avont signiert, einem flämischen Maler, der in Mechelen als Sohn des Bildhauers Hans van Avont und von Anna le Febure geboren wurde. Seine erste Ausbildung erhielt er wahrscheinlich unter der Anleitung seines Vaters, und 1620 wurde er als Meister in die Gilde von Mechelen aufgenommen. Anschließend zog er nach Antwerpen, wo er um 1622-1623 den Meistertitel in der angesehenen Lukasgilde erwarb und 1631 Bürger der Stadt wurde. Seine Karriere entwickelte sich im fruchtbaren künstlerischen Umfeld Antwerpens des 17. Jahrhunderts, wo die Zusammenarbeit zwischen spezialisierten Malern eine gängige und wichtige Praxis war. Van Avont arbeitete mit vielen der bedeutendsten Maler der Stadt zusammen, darunter Jan Brueghel der Ältere und der Jüngere, David Vinckboons, Lucas van Uden und Jacques d'Arthois, für die er die menschlichen Figuren in den Landschaften seiner Kollegen malte. Van Avont ist hauptsächlich für seine religiösen und mythologischen Szenen sowie für die sogenannten Kabinettbilder bekannt, Kompositionen von kleinem bis mittlerem Format für die private Andacht und Sammlung. Ein wiederkehrendes Motiv in seinem Werk ist die Anwesenheit von Gruppen nackter Kinder und Putten, die in zahlreichen Darstellungen der Heiligen Familie als Jesuskind, Johannes der Täufer oder Engel erscheinen. Sein Stil bei der Modellierung dieser Figuren zeichnet sich durch eine weiche, volumetrische Wiedergabe aus, die durch den Einsatz von Sfumato und warmen Farben erzielt wird. Das vorliegende Gemälde fügt sich voll und ganz in diesen Katalog ein und findet präzise Entsprechungen in zahlreichen Werken des Malers. Im 'Bacchanal der Kinder' und in der 'Allegorie des Herbstes', beide in Privatsammlungen, ist die waldige Landschaft im Hintergrund völlig identisch mit der hier beschriebenen: die gleichen dichten und üppigen Baumkulissen, der gleiche Wechsel von Schatten und Lichtreflexen zwischen den Ästen, die gleiche perspektivische Öffnung zu einem fernen Horizont. Und vor allem kehren in diesen Werken die Kinder und Putten mit Anatomien zurück, die denen des jungen Johannes im vorliegenden Gemälde voll entsprechen: runde Schenkel, prominenter Bauch, weiche und warme Hauttöne. Ähnliche Überlegungen gelten für die 'Landschaft mit tanzenden Putten' in der Royal Collection in London, wo die gleichen kindlichen Figuren in einem ähnlichen Landschaftskontext lebendig werden, was bestätigt, wie sehr diese Figurentypen eine echte stilistische Handschrift des Malers waren, die im Laufe seiner gesamten Karriere mit geringfügigen Variationen wiederholt wurden. Ein weiterer präziser Vergleich bietet die 'Ruhe auf der Flucht nach Ägypten mit dem jungen Johannes und Engeln' aus einer Privatsammlung, in der die Figur des Vorläufers wieder im Vordergrund steht, hier im Profil anstatt frontal wie in unserem Werk dargestellt, aber mit identischer Körperkonstruktion. In den 'Allegorien des Herbstes' und des 'Frühlings' in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe finden sich noch die gleichen Kinder, während in der 'Heiligen Familie mit dem jungen Johannes und der Heiligen Elisabeth' im Musée des Beaux-Arts in Besançon die Figur des Täufers in einem komplexeren devotionalen Kontext erscheint, immer innerhalb einer Landschaft mit ähnlicher Ausdehnung. Schließlich findet das Lamm zu Füßen des Heiligen im betrachteten Gemälde einen genauen Vergleich mit dem Exemplar in der 'Ruhe auf der Flucht nach Ägypten mit dem jungen Johannes und Engeln' im Walters Art Museum in Baltimore, wo die Wiedergabe des Tierfells und die Haltung nahezu identisch sind, was eine gefestigte Praxis der Wiederaufnahme und Variation bereits erfolgreich erprobter bildlicher Lösungen bestätigt.