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Domenico Mastroianni (Arpino (FR), 1876 - Rom 1962), Taufe

Codice: 455148
4.800
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Epoche: 19. Jh.
Kategorie: Skulpturen des 19. Jahrhunderts
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
Domenico Mastroianni (Arpino (FR), 1876 - Rom 1962), Taufe 
Beschreibung:
Domenico Mastroianni (Arpino (FR), 1876 - Rom 1962) Taufe Bronze mit goldener Patina, 23 x 78 x 30 cm Signiert auf dem Sockel D. MASTROIANNI Als Meisterwerk der Bronzeguss- und Ziselierkunst präsentiert sich Domenico Mastroiannis Taufe als eine Komposition von außergewöhnlichem figurativen Reichtum. Das Werk, das aus Bronze mit goldener Patina auf einem ovalen Sockel aus grünem Marmor gefertigt wurde, erstreckt sich horizontal und entfaltet eine Welt mythologischer und symbolischer Figuren, die sowohl auf die klassische Tradition als auch auf den geschwungenen Geschmack des Jugendstils verweisen. In der Mitte der Komposition öffnet sich ein Muschel-ähnliches Becken, getragen von einer Felsstruktur, aus der naturalistische Elemente, Schnecken und Krebse an den Seiten des Sockels hervortreten. Um diesen Schwerpunkt herum sind sechs weibliche Figuren angeordnet: drei tragen ein Kind in den Armen, was das Thema Mutterschaft und das Taufritual evoziert, während die anderen drei Körbe voller Blumen halten. Weitere Figuren liegen entlang des Sockels, in träge hingebungsvollen Posen, die an Nymphen und Naiaden der hellenistischen Tradition erinnern. Domenico Mastroianni wurde 1876 in Arpino als Sohn von Pietro, einem Handwerker, und Angela Redivivo geboren. Schon als Junge zeigte er außergewöhnliche zeichnerische Begabung und verfeinerte seine ersten handwerklichen Fähigkeiten in der Werkstatt seines Vaters, wo er lernte, mit Holz zu arbeiten. Später wandte er sich Ton und Keramik zu und besuchte die seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Arpino aktiven Werkstätten. Sein Leben änderte sich 1894, als der Sammler Carlo Quadrini, Angehöriger einer der wohlhabendsten Familien der Stadt, ihn in seiner römischen Residenz in der Via del Babuino aufnahm und ihm die Tore zu einem bisher unzugänglichen kulturellen Horizont öffnete. Als Autodidakt durch Ausbildung und Berufung unternahm Mastroianni in den folgenden Jahrzehnten eine lange europäische Wanderschaft, die ihn nach Wien, Budapest, Berlin, London und Brüssel führte, mit entscheidenden Aufenthalten in Paris. In der französischen Hauptstadt faszinierten ihn die Impressionisten - Renoir, Pissarro, Degas, Manet - und er war vom allgegenwärtigen Reiz des Jugendstils und teilweise vom Einfluss Auguste Rodins angezogen. Honoré Daumier jedoch suggerierte ihm etwas Tieferes: die romantische Idee einer Schönheit, die nicht im abstrakten Ideal, sondern im lebendigen Gewebe der modernen Gesellschaft gesucht werden soll. In Wien zogen ihn Gustav Klimt und Alfons Mucha wegen der geschwungenen Anmut und Sinnlichkeit an, mit der sie die weibliche Figur darstellten. Diese Gärungen schlugen sich in seiner plastischen Sprache nieder und verwandelten sich in seinen ganz persönlichen Stil, in dem Klassizismus, Symbolismus und Dekorativismus verschmolzen. Die Taufe fügt sich kohärent in den Weg eines Künstlers ein, der es verstanden hat, das große Thema des Lebens – Geburt, Mutterschaft, Schenkung, Reinigung – durch den Filter einer vielfältigen kulturellen Sensibilität auszudrücken. Ein bedeutender Vergleich bietet das Denkmal für die Gefallenen von Arpino, in dem Mastroianni den kollektiven Kummer in feierliche und bewegte Formen übersetzt und damit zeigt, dass er das gestalterische und das intime Register gleichermaßen souverän beherrscht. Eine weitere Lesart bieten die zweiundvierzig Postkarten mit Illustrationen aus der Göttlichen Komödie – achtzehn für die Hölle, vierzehn für das Fegefeuer, zehn für das Paradies – herausgegeben von A. Traldi in Mailand und heute in der Fondazione Umberto Mastroianni in Arpino aufbewahrt, die einen beträchtlichen Bestand an Fotoskulpturen des Künstlers beherbergt. Diese Papierarbeiten, die aus der Begegnung zwischen Dantes Vision und Mastroiannis Zeichen entstehen, offenbaren die gleiche Fähigkeit, Räume zu schaffen, die von emotional angespannten Körpern bewohnt werden, wie sie in der Taufe zu finden ist, und bestätigen die tiefe Kohärenz einer Kunst, die Genres und Materialien durchquert und sich dabei stets treu bleibt.