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Paolo Piazza, bekannt als Cosimo da Castelfranco (Castelfranco Veneto, ca. 1560 – Venedig, 1620), zugeschr. Heilige Familie

Codice: 455132
7.000
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Epoche: 16. Jh.
Kategorie: Religiöse Gemälde
Aussteller
Ars Antiqua SRL
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Via Pisacane, 55, Milano (MI (Milano)), Italien
+39 02 29529057
http://www.arsantiquasrl.com
Paolo Piazza, bekannt als Cosimo da Castelfranco (Castelfranco Veneto, ca. 1560 – Venedig, 1620), zugeschr. Heilige Familie 
Beschreibung:
Paolo Piazza, bekannt als Cosimo da Castelfranco (Castelfranco Veneto, ca. 1560 – Venedig, 1620), zugeschr. Heilige Familie Öl auf Holz, 30 x 33 cm Das analysierte Gemälde, ein raffiniertes Öl auf Holz, das die Heilige Familie darstellt, fügt sich vollständig in die Spätrenaissance-Tradition Venedigs ein und zeigt Stilmerkmale, die eindeutig der Hand von Paolo Piazza, auch bekannt als Pater Cosimo da Castelfranco, zugeschrieben werden können. Das Werk präsentiert eine intime und zusammengefasste Komposition, in der die Jungfrau zärtlich das Kind hält, das sich ihr zuwendet, um liebevollen Kontakt aufzunehmen, während rechts die Figur des Heiligen Josef aus dem Schatten in einer Haltung hingebungsvoller Kontemplation hervortritt. Die reiche Lasurenmalerei, belebt durch plötzliche Lichtakzente, offenbart das Erbe der großen venezianischen Schule, insbesondere den Einfluss von Meistern wie Palma il Giovane und der Familie Bassano, bei denen Piazza während seiner Lehrzeit in der Lagune zwischen 1575 und 1581 ausgebildet wurde. Die Plastizität der Gewänder, die mit weiten Pinselstrichen ausgeführt sind, welche die Volumen durch das Spiel der Reflexionen definieren, und die fast melancholische Sanftheit der Gesichter sind charakteristische Züge seiner malerischen Sprache, die die Feierlichkeit der Gegenreformation mit einer alltäglichen Menschlichkeit zu verbinden vermag. Paolo Piazza, um 1560 in Castelfranco Veneto geboren, ist eine einzigartige Figur in der damaligen Kunstszene, der die Malerei mit der religiösen Tätigkeit nach seinem Eintritt in den Kapuzinerorden verband. Seine venezianische Ausbildung in der Werkstatt von Palma il Giovane und der Kontakt mit der Farbgebung Veroneses prägten seinen Stil tiefgreifend und führten ihn zur Schaffung groß angelegter Dekorationszyklen wie der Fresken in der Villa Corner in Treville und sakraler Werke für den Dom von Castelfranco und die Kirche San Polo in Venedig. Seine Karriere führte ihn zu intensiven Reisen, die Städte wie Chioggia, Rom und sogar Sizilien berührten. In diesem Zusammenhang zeigt die vorliegende Tafel enge Affinitäten zu seinen frühen und mittleren Werken und erinnert an die chromatische Sensibilität des "Battesimo di Costantino" für die Darstellung der Stoffe und die Dichte der Farbmaterie. Der Vergleich mit anderen Werken aus Piazza's Katalog bestätigt die Zuschreibung und ermöglicht ein besseres Verständnis der Entwicklung des Autors. Während in der "Cena in Emmaus" von Castelfranco eine komplexere Raumgestaltung zum Vorschein kommt, bevorzugt der Künstler in dieser "Heiligen Familie" eine Nahaufnahme, fast eine häusliche "heilige Konversation", die an die Atmosphäre der "Predicazione di San Paolo" erinnert. Die Figur des Heiligen Josef, der in einem Ausdruck demütiger Reflexion dargestellt wird, findet typologische Entsprechungen in verschiedenen greisenhaften Figuren seiner Altäre, die sich durch dichte Bärte und breite Stirnen auszeichnen, die das Licht sanft reflektieren. Ebenso zeigt die Jungfrau das ovale, sanfte und leicht geneigte Gesicht, das in der marianischen Produktion des Autors zu finden ist, wo die Schulden gegenüber dem Veroneser Klassizismus durch eine materischere und schnellere Ausführung gemildert werden, typisch für die moderne Manier. Dieses Gemälde stellt somit ein bedeutendes Puzzleteil für die Rekonstruktion von Paolo Piazza's kleinformatiger Produktion dar und zeugt von seiner Fähigkeit, die großen venezianischen Modelle in eine intime Andachtssprache zu übersetzen, die durch den gekonnten Einsatz von Licht und Farbe direkt mit dem Betrachter in Dialog treten kann.